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Mehr als 500 Tote nach Unwetter-Katastrophe in Brasilien

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Datum: 13. Januar 2011
Uhrzeit: 22:22 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Die verheerende Unwetter-Katastrophe in den Bergen des Bundesstaates Rio de Janeiro hat mehr als 500 Menschenleben gefordert. Bis zum Freitagabend Ortszeit summierten sich die Todesopfer in den bislang betroffenen fünf Städten Nova Friburgo, Teresópolis, Petrópolis, São José do Vale do Rio Preto und Sumidouro bereits auf 538. Viele Menschen werden noch vermisst, die meisten dürften unter den gigantischen Schlamm- und Geröllmassen verschüttet oder von reißenden Fluten mitgerissen worden sein.

Die Szenen, die sich in den Gemeinden rund 100 Kilometer nördlich der Millionenmetropole Rio de Janeiro abspielen, sind unbeschreiblich. Viele Menschen graben mit bloßen Händen nach Angehörigen, andere stehen wie gelähmt vor den Überresten ihrer Häuser. Zahlreiche Stadtviertel sind völlig zerstört. Tausende haben sämtliches Hab und Gut unter dem zähen braunen Schlamm verloren, eine Versicherung hat hier so gut wie niemand. Doch traf es keineswegs nur die arme Bevölkerung, auch der ehemalige Bürgermeister von Nova Friburgo wird noch vermisst. Er hielt sich zusammen mit seinem Sohn zum Unglückszeitpunkt in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch auf einem unweit gelegenen Wochenendgrundstück auf. Von beiden fehlt weiterhin jede Spur.

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff machte sich am Donnerstag gemeinsam mit dem Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Sérgio Cabral, direkt vor Ort ein Bild von der immer noch chaotischen Lage. Zusagen für Hilfsgelder in Höhe von umgerechnet mehr als 500 Millionen Euro hatte sie mit im Gepäck. Denn inzwischen steht fest: die Katastrophe in der Serrana-Region ist die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Brasiliens. Sie übertrifft sogar das Desaster von Caraguatatuba an der Küste des Bundesstaates São Paulo, wo 1967 nach tagelangen Regenfällen und dadurch ausgelösten Erdrutschen insgesamt 436 Personen ums Leben kamen.

Rousseff forderte nach dem Ortsbesuch drastische Konsequenzen und will zukünftig verstärkt Bund, Bundesstaaten und Städte zusammenarbeiten lassen, um solche Katastrophen zu verhindern. Gefahrenregionen sollen überprüft und Präventivmaßnahmen umgehend eingeleitet werden. „In Brasilien haben wir die Familien mit niedrigem Einkommen, die entlang der Flüsse oder am Hang eines Hügels leben, absolut vernachlässigt“ erklärte das Staatsoberhaupt auf einer Pressekonferenz. Es sei zum einen das Problem der Regierung in Brasília, eine entsprechende Wohnungspolitik zu erarbeiten. Aber es sei auch ein Problem der Regierung der Bundesstaaten, genau dieselbe Politik umzusetzen und die Stadtverwaltungen müssten zudem die Besiedelung steuern. Nur so könne man die verheerenden Auswirkungen solcher extremen Wettersituationen zukünftig verringern.

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