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Antonio de Aguiar Patriota neuer Aussenminister Brasiliens

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Datum: 02. Januar 2011
Uhrzeit: 22:23 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Eines haben in Brasilien der alte und neue Minister für ausländische Beziehungen gemeinsam: sie sind beide Bartträger. Und auch sonst verbindet die beiden Politiker so einiges. Am Sonntag übergab der bisherige Aussenminister Celso Amorim in einer feierlichen Zeremonie im Palácio do Itamaraty die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger und langjährigen Freund Antonio de Aguiar Patriota.

Es ist nach außen hin wohl die gewichtigste Änderung im neuen Kabinett und Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Während die 63-jährige die Minister für Verteidigung, Bildung, Sport, Finanzen, Landwirtschaft, Umwelt und Arbeit in ihrem Amt beließ, musste der Posten Amorims neu besetzt werden. Der Karrierediplomat war bereits von 1993 bis 1995 unter dem damaligen Präsidenten Itamar Franco Aussenminister, danach leitete er die ständige Mission Brasiliens bei den Vereinten Nationen (1995-1999) sowie bei der Welthandelsorganisation in der Schweiz (1999-2001). Im Anschluß ging er als Botschafter nach London, Ende 2002 holte ihn der frisch gewählte neue Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zurück nach Brasilien in sein Kabinett.

Seitdem vertrat er Brasilien bei unzähligen Anlässen auf der Weltbühne. Er vermittelte im Gasstreit mit Bolivien, während der diplomatischen Krise zwischen Ecuador und Kolumbien und zuletzt beim Putsch in Honduras. Bekannt und geschätzt wird der heute 68-jährige für sein klare, konsequente aber auch behutsame und ruhige Art. Der US-Journalist David Rothkopf vom Magazin Foreign Policy bezeichnete ihn 2009 als „besten Aussenminister der Welt“.

In diese großen Fußstapfen tritt nun Antonio de Aguiar Patriota, bisheriger Chefsekretär im Außenministerium in Brasília. Amorim kennt den 56-jährigen eigenen Angaben zufolge bereits seit 25 Jahren und zeigte sich begeistert von der Ernennung. „Er ist besser als ich“ so Amorim wörtlich. Patriota, dessen Name alleine schon die Verpflichtung auferlegt, seinem Vaterland alle Ehre zu erweisen, war vor seiner Tätigkeit im Itamaraty-Palast Botschafter in Venezuela, in den USA und bei den Vereinten Nationen.

In seiner Einführungsrede am Sonntag betonte der neue Minister, den Beziehungen zu den Nachbarstaaten und zu Entwicklungsländern mehr Priorität einräumen zu wollen. Damit werde er die Politik weiterverfolgen, die Amorim gemeinsam mit Ex-Präsident Lula da Silva bereits begonnen hätten. Zugleich werde daran arbeiten, den Einfluss Brasiliens bei internationalen Organen zu verstärken. Er kritisierte dabei die oftmals bestehenden Ungleichgewichte bei Entscheidungsrunden. Als Beispiel nannte er den G20-Wirtschaftsgipfel.

Antonio Patriota ist am 27. April 1954 in Rio de Janeiro geboren. An der Universität in Genf (Schweiz) hat er Philosophie studiert. Er ist mit Tania Cooper Patriota verheiratet, Repräsentantin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) für Kolumbien und Venezuela. Das Paar hat zwei Kinder, Miguel und Thomas.

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