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Chancen für Sieg von Dilma Rousseff im ersten Wahlgang steigen

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Datum: 21. August 2010
Uhrzeit: 14:42 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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Die Präsidentschaftkandidatin der brasilianischen Arbeiterpartei PT, Dilma Rousseff, baut ihren Vorsprung weiter aus. Nach einer jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha kommt die Wunschnachfolgerin von Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva mittlerweile auf 47 Prozent. Ihr ärgster Konkurrent, José Serra der Sozialdemokraten PSDB verlor weiter an Stimmen und vereinigt nur noch 30 Prozent der Stimmen auf sich. Die ehemalige Umweltministerin und Spitzenkandidatin der Grünen, Marina Silva, liegt weiterhin abgeschlagen mit 9 Prozent auf Platz 3.

Befragt wurden in der vergangenen Woche landesweit insgesamt 2.727 Wähler. Die Fehlermarge wird mit 2 Prozent angegeben. 4 Prozent der Befragten wollen keinem Kandidaten ihre Stimme geben, 8 Prozent sind noch Unentschieden. Würde bereits am morgigen Sonntag gewählt werden, würde Rousseff laut den ermittelten Umfragewerten bereits durch eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang siegen. Laut Datafolha käme sie auf 54 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen.

Die nun veröffentlichte Umfrage ist die erste seit Beginn des Wahlkampfes mit entsprechenden Wahlwerbespots in Radio und TV. Von den Befragten haben allerdings bislang nur rund ein Drittel die entsprechenden Spots verfolgt. In dieser Personengruppe kommt Rousseff auf 53 Prozent, Serra lediglich auf 29 Prozent.

Die 62-jährige bisherige Ministerin im Präsidialamt hat somit grosse Chancen, erste weibliche Staatspräsidentin in Brasilien zu werden. Sie profitiert derzeit vor allem in den Bevölkerungsgruppen mit niedrigem und mittleren Einkommen von der großen Zustimmung für den scheidenden Präsidenten Lula da Silva, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren darf. Von den Besserverdienenden würden sie allerdings nur 28 Prozent der Befragten wählen. Aber auch hier holt sie langsam auf. Die Zustimmung von Konkurrent José Serra sank in dieser Einkommensgruppe bei der jüngsten Umfrage von 44 auf 41 Prozent.

Die Wahlen in Brasilien 2010 finden am 03. Oktober statt. Neben dem Staatspräsidenten werden auch die Gouverneure, Senatoren und Abgeordneten im Nationalkongress neu gewählt. Sollte bei den Direktwahlen kein Kandidat die absolute Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten, findet am 30. Oktober eine Stichwahl statt.

Foto: Elza Fiúza/ABr

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  1. 1
    Garotao

    Es spricht für sich, dass Lula und Dilma gerade in den unteren Einkommensschichten und in den ärmsten Regionen Brasiliens eine überwältigende Zustimmung erfahren.

    15 Millionen neue formelle Arbeitsplätze, eine reale Steigerung des Mindestlohnes um mehr als 50%, fast 30 Millionen Brasilianer, die aus der Armut in die Mittelschicht aufgestiegen sind, nicht zuletzt durch das größte Sozialprogramm Lateinamerikas „Bolsa Família“ und eine gezielte Förderung sozial benachteiligter junger Menschen an den Universitäten, sind eine starke Bilanz links-progressiver Politik, wie es sie in Brasilien zuvor noch nie gegeben hatte.

    So ist es auch kein Wunder, dass die neokonservativ-neoliberale Opposition, unterstützt durch die alten Eliten, die nach wie vor den Großteil der Massenmedien in Brasilien kontrollieren, wieder einmal mit allem Schmutz nach der Regierung der Arbeiterpartei PT werfen, den sie sich gerade ausdenken können. Die üblichen Pseudo-Skandale, die keine sind (wie schon bei der letzten Wahl), die vergessen machen sollen, welch dreiste Fälle der Korruption unter der neoliberalen Vorgängerregierung zu verzeichnen waren und die nicht einmal ansatzweise so konsequent aufgearbeitet und geahndet wurden wie unter der Regierung Lula.

    Allerdings scheint das brasilianische Volk sich angesichts der überragenden Politikergebnisse der aktuellen Linksregierung sich noch weniger als 2006 von solchen Diffamierungskampagnen beeindrucken zu lassen. Dies ist ein gutes Zeichen für die demokratische Kultur in Brasilien, obgleich die Oppositionsparteien und die Massenmedien immer noch nicht so ganz in eben dieser Kultur angekommen zu sein scheinen.