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Präsidentschaftskandidat José Serra: ‚Brasilien kann es besser‘

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Datum: 13. April 2010
Uhrzeit: 16:44 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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Acht Jahre nach der Niederlage gegen Luiz Inácio Lula da Silva im Kampf um das Amt des Staatspräsidenten in Brasilien hat der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, José Serra, erneut das Rennen um den Einzug in den Präsidentenpalast in Brasília aufgenommen.

Serra hatte am 31. März gemäss der brasilianischen Verfassung sein Gouverneursamt an seinen Stellvertreter, Vize-Gouverneur Alberto Goldman abgegeben und seine Vorkandidatur für die Partido da Social Democracia Brasileira, PSDB (zu deutsch Partei der brasilianischen Sozialdemokratie) offiziell bestätigt. Er ist damit grösster Herausforderer für die Wunschkandidaten von Präsident Lula. Der Amtsinhaber und Vorsitzender der Arbeiterpartei PT unterstützt seine Ministerin im Präsidialamt und Parteikollegin Dilma Rousseff.

Nach einer letzten Umfrage der Baugewerkschaft Sintrapav liegen die beiden Spitzenkandidaten mit jeweils 32 Prozent ungefähr gleich auf. Das Meinungsforschungsinstitut Vox Populi sieht hingegen Serra leicht vorne. Der Kongressabgeordnete Ciro Gomes liegt mit 10 Prozent bereits abgeschlagen auf Rang 3, die ehemalige Umweltministerin Marina Silva kommt als Kandidatin der Grünen auf 5 Prozentpunkte.

In einer mit Spannung erwarteten Rede stimmte sich der 68-jährige Serra am vergangenen Wochenende auf den am 06. Juli offiziell beginnenden Wahlkampf ein. „Brasilien ist ein Land, welches keinen Besitzer hat“ erklärte er mehreren Tausend begeisterten Anhängern in Brasília. Gejubelt wurde auch bei der Vorstellung des Wahlkampfmottos „Brasilien kann es besser!“ – „Brasil pode mais!“ Kritik übte Serra zudem an Lulas Wirtschaftspolitik. Brasilien habe in den letzten Jahre zu wenige Handelsabkommen geschlossen, dies wolle er dann ändern. Zudem werde er mehr in das Straßenwesen und die Sicherheit investieren. Und würden die öffentlichen Stellen ihre finanziellen Mittel effektiver einsetzen, könnten ohne Probleme die Steuern gesenkt werden.

Die PSDB ist trotz ihres Namens eine Zentrumspartei mit konservativen Tendenzen, in der sich neben Sozialdemokraten und Sozialliberalen auch Christdemokraten engagieren. Grossen Zulauf erfuhr die Partei durch Mitglieder der ehemaligen Oppositionspartei „Demokratische Bewegung Brasiliens“. Mit Fernando Henrique Cardoso stellte die PSDB von 1994 bis 2002 den Staatspräsidenten in Brasilien.

Der ebenfalls für den Wahlkampf zurückgetretene Gouverneur von Minas Geais, Aécio Neves, hat die Kanditatur von Serra begrüsst und seine Unterstützung zugesichert. Der Enkel von Ex-Präsident Tancredo Neves (1910-1985) gilt als möglicher Vizepräsident im Falle eines Wahlsiegs von Serra.

Die Präsidentschaftswahlen in Brasilien finden am 03. Oktober 2010 statt. Sollte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit der gültigen abgegeben Stimmen erhalten, findet am 31. Oktober 2010 eine Stichwahl statt.

Foto: Antonio Cruz/ABr

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