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Belo Monte: Bedenken über Auswirkungen vereint Befürworter und Kritiker der Region

Datum: 07. April 2010
Uhrzeit: 10:35 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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Wenn in ein paar Jahren der mächtige Rio Xingú durch gigantische Betonwälle aufgestaut wird, soll vor allem eine Stadt in der Region davon wirtschaftlich profitieren: Altamira. Das Munizip im Bundesstaat Pará ist das flächenmässig grösste in ganz Brasilien. Mit 160.000 Quadratkilometern ist es rund 100 mal so gross wie São Paulo oder dreimal so gross wie die Schweiz.

Doch neben Altamira sind direkt oder indirekt auch andere Gemeinden betroffen: Anapu, Brasil Novo, Senador José Porfírio und Vitória do Xingu. Altamira hat mit etwa 100.000 Menschen die grösste Bevölkerungszahl, in den anderen Munizipen leben jeweils lediglich 10.000 bis 20.000 Menschen.

Seit 30 Jahren wird dort nun über die Errichtung eines Wasserkraftwerks am Rio Xingú gestritten, gekämpft und diskutiert. Nun hat die brasilianische Umweltbehörde IBAMA grünes Licht gegeben, noch im April 2010 soll die Versteigerung der Konzessionen durchgeführt werden. Umfangreiche Umweltauflagen sind darin enthalten, um die Auswirkungen für die Menschen vor Ort so gering wie möglich zu halten und zudem den betroffenen Gemeinden bei der wirtschaftlichen Entwicklung zu helfen.

Belo Monte soll nach Itaipu das zweitgrösste Wasserkraftwerk Brasiliens werden und ist zugleich eines der wichtigsten Projekte des brasilianischen Programms zur Beschleunigung des Wachstums PAC. Die Kosten werden derzeit mit rund 11 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie lokale Unternehmer begrüssen das Vorhaben und glauben an eine positive wirtschaftliche Entwicklung durch das Megaprojekt. Dem entgegen stehen Sozialbewegungen, Kirchen und auch das Staatsministerium, die die Baumassnahmen weiterhin kritisieren.

Befürworter und Gegner des Wasserkraftwerkes am Rio Xingú äussern jedoch gleichmassen Bedenken über die Auswirkungen des Projekts auf die Entwicklung der Region, gerade in Bezug auf das Bevölkerungswachstum. 100.000 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, was neben den benötigten Arbeitern einen weiteren unkalkulierbaren Zustrom von Menschen aus anderen Regionen des Landes mit sich zieht.

Odileida Maria Sampaio, Bürgermeisterin von Altamira, bekräftigt jedoch weiterhin, dass die lokale Bevölkerung das Kraftwerk befürworte, da sie „für die Entwicklung“ sei. Allerdings benötige die Gemeinde finanzielle Unterstützung, um den möglichen Auswirkungen entsprechend entgegentreten zu können.

„Wir hoffen, dass die Bundesregierung es anerkennt, wenn unsere Gemeinde ein Projekt wie diese geschehen lässt, welches ganz Brasilien hilft und eine Stromknappheit verhindert. Und wir glauben daran, dass die Bundesregierung daher Möglichkeiten für die Menschen schaffen wird, die hier leben, wie z.B. Arbeitsplätze und Ausbildung.“ Odileida diesbezüglich fest davon überzeugt, wenn „alles im Einklang mit den Studien“ geschehen werde, die Stadt nur profitieren könne. Auch diejenigen, die derzeit gegen das Projekt seien, würden dann ihre Meinung ändern.

Auch der Vertreter des lokalen Unternehmerverbandes, Vilmar Soares, glaubt an die Schaffung von Arbeitsplätzen und Qualifikationsmassnahmen durch die Baumassnahmen, zudem geht er von einer wirtschaftlichen Entwicklung für die Stadt aus, die er zum jetzigen Zeitpunkt als „desaströs“ bezeichnet. „Es ist keine Erlösung, aber ich denke, das Wasserkraftwerk ist ein Projekt welches die Entwicklung fördert. (..) Ich sehe es als eine Baumassnahme, welche die positiven Effekte verstärken kann und wir diese nutzen können, wie die Förderung der Stromversorgung in ländlichen Gebieten, dem Strassenbau und dem Abschluss der Abgrenzung der Indianerschutzgebiete.“

Allerdings sieht auch er dem Bevölkerungswachstum kritisch entgegen, da dies seiner Meinung nach die Kriminalität verstärken könnte. „Momentan ist es hier sehr ruhig. Du bist hier an einem Ort, wo du ohne Angst dein Auto mit offener Tür stehen lassen kannst.“

Alle Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Nachdruck untersagt. Mit Informationen vom Nachrichtenportal G1. Symbolfoto: Altamira / Divulgação

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