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Präsident Lula: „Wir müssen die Mauern der Ungleichheit einreissen“

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Datum: 04. Dezember 2009
Uhrzeit: 11:38 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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lula-koehler-berlin-normalBrasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, „Brücken der Kooperation zu bauen und Mauern der Ungleichheit einzureissen“. In einer Rede anlässlich eines von Bundespräsident Horst Köhler ausgerichteten Festbanketts am Donnerstagabend im Schloss Bellevue würdigte Lula zudem das 60-jährige Bestehen der Bundesrepublik sowie den 20. Jahrestag des Mauerfalls.

„Unsere gemeinsame Aufgabe ist es Brücken der Zusammenarbeit zu bauen, zu verbinden. Und niemals wieder zu trennen. Die weltweite Finanzkrise und die Gefahren des Klimawandels zeigen, dass wir immer mehr von einander abhängig sind. Daher müssen wir unbedingt auch die Mauern einreissen, die wegen Ungleichheit, Vorurteilen und Verschwendung aufgebaut wurden“ so das Staatsoberhaupt in seiner Ansprache.

Lula sprach auch über die Bemühungen Brasiliens zur Schaffung einer globalen Übereinkunft beim kommenden Weltklimagipfel in Kopenhagen. Er betonte, dass sein Land sich sehr wohl seiner Verantwortung bewusst sei und daher mit konkreten Vorschlägen nach Dänemark reisen werde.

„Dem Klimawandel effektiv zu begegnen und die Umwelt zu schützen ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition. Im Kampf um die Zukunft des Planeten hat Deutschland dem Kompromiss zugestimmt, seine Emissionen signifikant zu senken und die Energiebalance zu verbessern. Brasilien wird ebenfalls in Kopenhagen mit ambitionierten Vorschlägen und konkreten Zusagen erscheinen. In 2009 konnten wir die geringste Abholzung der letzten 20 Jahre verzeichnen. Doch unser Ziel geht weitaus weiter: wir werden die Abholzung im Amazonas bis 2020 um 80 Prozent reduzieren. Damit verringern wir den CO2-Ausstoss um 4,8 Milliarden Tonnen, mehr als die Summe der Zusagen aller Entwicklungsländer.“

Zuvor hatte Lula nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel verschiedene Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet, welche die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien intensivieren sollen. Weitere Punkte des ersten Tages seiner Deutschlandreise waren die Begrüssung durch Bundespräsident Horst Köhler sowie eine Kranzniederlegung am Denkmal für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Am Freitag reiste der brasilianische Staatschef mit dem ICE nach Hamburg weiter, wo er unter anderem auf Bürgermeister Ole von Beust trifft und sich ins goldene Buch der Stadt eintragen wird.

Foto: Ricardo Stuckert / PR

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