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Todesflug AF 447: Erste Opfer der Katastrophe in Brasilien beigesetzt

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Datum: 25. Juni 2009
Uhrzeit: 14:08 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Die 34-jährige Juristin Denise Possamai (†) wollte sich in Italien weiterbilden (Foto: Privatarchiv / Divulgação)

In Brasilien wurden in dieser Woche die ersten Opfer des Flugzeugabsturzes der Air France Maschine vom 01. Juni unter grosser Anteilnahme der örtlichen Bevölkerung beigesetzt. Am Dienstag wurde bereits der 48-jährige Qualitätsprüfer Luis Cláudio Alves de Monlevad in Barra Mansa im Bundesstaat Rio de Janeiro beerdigt, heute erwiesen zahlreiche Freunde und Verwandte dem 23-jährigen Flugbegleiter Lucas Gagliano in der Millionenmetropole selbst die letzte Ehre. Zudem fand am Abend die Beerdigung von Deise Possamai in Nova Veneza im Bundesstaat Santa Catarina statt.

Der versiegelte Sarg war erst kurz vor dem Gottesdienst in der Kleinstadt mit lediglich 12.000 Einwohnern angekommen. Der Vater des Opfers war am Dienstag kurzfristig nach Recife gereist um seine Tochter zu identifizieren und um eine schnelle Freigabe und Überführung des Leichnahms zu ermöglichen. Die 34-jährige war mit Flug AF 447 von Rio de Janeiro nach Paris unterwegs, um sich bis Ende des Jahres in Italien weiterzubilden. Sie arbeitete seit mehreren Jahren als studierte Juristin in der Stadtverwaltung von Criciúma.

Laut Obduktionsbericht ist die junge Brasilianerin an schweren traumatischen Verletzungen verstorben. Sie wurden vermutlich durch den Aufprall mit hoher Geschwindigkeit auf die Wasseroberfläche verursacht. Dies liess zumindest José Calvo vernehmen, Leiter des von einer französischen Versicherungsgesellschaft beauftragten Bestattungsinstituts aus São Paulo. Das Unternehmen ist auf nationale und internationale Überführungen sowie die damit verbundenen Einbalsamierungen spezialisiert. Nach Aussage von Calvo wurde eine umfangreiche Obduktionen durchgeführt, alles sei bis ins kleinste Detail dokumentiert. Zudem sei überall moderne Technik zum Einsatz gekommen.

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Angehörige von Denise Possamai beim Gedenkgottesdienst (Foto: Divulg. / Stadtverwaltung Criciúma)

Beim Absturz von Flug AF 447 von Rio de Janeiro nach Paris kamen am 01. Juni alle 228 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben. Der erst vier Jahre alte Airbus stürzte rund 1.200 Kilometer vom brasilianischen Festland entfernt aus noch ungeklärter Ursache in den Atlantik. Unter den Passagieren aus 32 Nationen waren auch 58 Brasilianer und 28 Deutsche. Nach fast einem Monat intensiver Suche konnten bislang jedoch lediglich 50 sterbliche Überreste und einige wenige Trümmerteile geborgen werden. Die sterblichen Überreste von 11 Personen wurden mittlerweile identifiziert. Nach letzten Informationen handelt es sich dabei um jeweils fünf männliche und fünf weibliche brasilianische Staatsbürger sowie um einen Ausländer, dessen Geschlecht nicht publiziert wurde. Angeblich soll mittlerweile auch die Identität von drei deutschen Opfern geklärt sein. Zudem gab die Fluggesellschaft Air France am Donnerstag bekannt, dass die Leichnahme des Flugkapitäns und eines Flugbegleiters identifiziert (mehr…) wurden.

Täglich werden zwar weitere Trümmer der Maschine auf hoher See treibend entdeckt, die meisten Wrackteile dürften allerdings auf dem Meeresgrund inmitten des unzugänglichen mittelatlantischen Rückens liegen. Dort wird auch der Flugschreiber vermutet, der Auskunft über die Unglücksursache geben könnte. Ein französisches Atom-U-Boot versucht weiterhin verzweifelt die wichtige Black-Box zu orten. Die Chancen dafür stehen jedoch mehr als schlecht, zumal die Batterien des Notsignals nur noch rund 1 Woche halten. An der Unglücksstelle ist das Meer zudem bis zu 4.000 Meter tief.

Da seit Tagen keine Leichen mehr entdeckt wurden, hat Frankreich inzwischen seine Suchflugzeuge abgezogen. Auch Brasilien reduziert zunehmend seine Anstrengungen, da eventuelle Trümmer durch Meeresströmungen und Winde inzwischen auf tausende von Quadratkilometern verteilt wurden. Mit einer Einstellung der Suche ist nach letzten inoffiziellen Verlautbarungen spätestens Anfang Juli zu rechnen.

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