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Flutkatastrophe in Brasilien: Jahrhunderthochwasser in Manaus

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Datum: 24. Juni 2009
Uhrzeit: 14:52 Uhr
Ressorts: Panorama
Spezial: amazonasflut
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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Das Hochwasser am Amazonas überflutet inzwischen das Zentrum von Manaus (Foto: Div./R. Soares)

Die Flutkatastrophe in Brasilien erreicht dramatische Ausmasse: in der Amazonasmetropole Manaus wurde heute der höchste Pegelstand seit Menschengedenken gemessen. Weite Teile der Millionenstadt stehen immer tiefer unter Wasser. Die Flut betrifft inzwischen alle Bevölkerungsschichten, denn nicht nur in den Favelas heisst es nun „Land unter“, auch Häuser und Geschäfte im Zentrum werden nach und nach überschwemmt. Ladenbesitzer versuchen verzweifelt mit Sandsäcken ihre Waren vor den ständig steigenden Wassermassen des Rio Negro zu schützen. Der Fluss hat heute mit 29.70 Meter die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 1953 bereits um einen Zentimeter übertroffen – und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Seit Anfang des Jahres steigt der Pegel des mächtigen Flusses unaufhörlich. In den vergangenen Tag vermerkten die Statistiker beim Rio Negro zwar nur noch einen leichten Anstieg von 2 Zentimetern pro Tag, doch durch die für die kommenden Tage angekündigten Regenfälle dürfte ein weiterer Anstieg vorprogrammiert sein. Einige Experten halten es mittlerweile sogar für möglich, dass bei ungünstigen Wetterbedingungen in den kommenden Wochen die 30 Meter – Marke geknackt werden könnte. Verantwortlich ist dafür auch der Rio Solimões, denn seine Wassermassen stauen den Rio Negro direkt bei Manaus. Die Flutwelle kann daher nicht abfliessen sondern schwappt stattdessen ohne Unterlass in die Stadt. Die beiden Flüsse verbinden sich erst rund 11 Kilometer hinter Manaus zum gigantischen und wesentlich breiteren Amazonas.

In den ärmeren Aussenbezirken von Manaus sind mittlerweile rund 80 Prozent der Flächen überschwemmt. Der Zivilschutz hatte inzwischen mehr als 10 Kilometer Stege in der ehemaligen Kautschukmetropole errichtet, so dass die Menschen sich weiterhin in ihren Vierteln bewegen können. Zudem verteilten die Hilfskräfte tausende Kubikmeter Holz. Die Menschen versuchen damit derzeit ihre Häuser und Geschäfte zu verbarrikadieren. Kaum jemand will allerdings sein Hab und Gut alleine lassen und so harren die Bewohner unter prekären Umständen inmitten der Flutmassen aus. Zu gross ist die Angst vor Diebstahl und Plünderungen.

Im ganzen Bundesstaat Amazonas werden derzeit Lebensmittel und Kleidung verteilt, 63.000 Familien sind inzwischen in einem Überschwemmung-Notfall-Programm (SOS Enchentes) registriert und haben Anrecht auf eine finanzielle Hilfszahlung von 300 R$ (ca. 110 Euro). 51 Städte und Gemeinden sind im Bundesstaat offiziell vom diesjährigen Hochwasser betroffen. Rund 130 Millionen Euro will die Regionalregierung daher für die Flutopfer bis Juli bereitstellen. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hat ebenfalls Hilfe zugesichert und zudem angekündigt, das Katastrophengebiet schnellstmöglich zu besuchen.

Mehr zum Thema in unserer Serie:

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  1. Nossa. Letztes Jahr das Hochwasser im Süden, dieses Jahr am Amazonas. Ich kann mich noch gut an die Bilder erinnern, als im Amazonas fast überhaupt kein Wasser mehr war.

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