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Absturz-Mysterium AF 447: Was wird uns verschwiegen?

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Datum: 05. Juni 2009
Uhrzeit: 17:21 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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af-447-suchgebiet-1Es ist die vermutlich teuerste Abfallbeseitigung der Welt. Zehntausende Liter Treibstoff wurden von dutzenden Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen mittlerweile verbraucht, doch ausser ein paar Brocken Treibgut konnten die brasilianischen Suchmannschaften bislang nichts aus dem Atlantik fischen. Eine Holzpalette und eine Boje sind die magere Ausbeute nach über 100 Stunden Suchaktion vor der Küste Brasiliens. Und diese stammen zweifelsfrei nicht von der verschollenen Passagiermaschine der Air France. Der riesige Airbus A 330-200 mit samt seinen 228 Passagieren und Besatzungsmitgliedern ist und bleibt verschollen.

Wird an der falschen Stelle gesucht? Ist das Flugzeug nach den letzten Signalen doch noch hunderte Kilometer weiter geflogen? Was wird den Medien und den Angehörigen verschwiegen? AF 447 ist bereits jetzt ein Mysterium, Verschwörungstheorien werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Erst war von einer Explosion in der Luft die Rede, dann von einem Auseinanderbrechen in grosser Höhe. Über Blitzeinschlag wurde spekuliert, Turbulenzen durch tropische Gewitter, über eine falsche Geschwindigkeit, über fehlerhafte Befehle des Bordcomputers. Es gibt nichts, was sich beweisen liesse, es gibt ja noch nicht einmal Beweisstücke. Sicher ist nur, dass andere Flugzeuge wenige Minuten zuvor und danach diese Wetterzone ohne Probleme durchquerten und später sicher auf ihrem Zielflughafen landeten.

Und das Fehlen der Trümmer ist genauso rätselhaft. Bricht ein Flugzeug in grosser Höhe auseinander, müsste die Meersoberfläche eine wahre Fundgrube darstellen. Ein gigantischer Teppich an Schwimmwesten, Stoffteilen und Kunststoffen aus der Innenverkleidung, der Gepäckklappen, Plastikbecher, Essenstabletts sowie Kissen, Decken, Zeitungen, Sicherheitskarten. Kleidung und vieles mehr. Selbst wenn sie notgewassert wäre, gäbe es Rettungsinseln, Schwimmwesten und leichte Teile, die aus kaputten Fenstern und offenen Türen herausgespült wurden.

Brasiliens Verteidigungsminister Nelson Jobim liess in den vergangenen Tagen wiederholt keine Zweifel daran, dass die Maschine in der Region rund um die Sankt Peter und Sankt Paul – Felsen abgestürzt sei. Die Luftwaffe hat nach eigenen Angaben dort einen Passagiersitz entdeckt, später war sogar von einem sieben Meter grossen Metallteil die Rede. Nichts davon haben die Suchmannschaften bislang in den Händen. Eine bereits am Dienstag entdeckte 20 km lange Kerosinspur erwies sich mittlerweile als Öl eines Handelsschiffes. Und vor wenigen Minuten musste die brasilianische Marine zugeben, das grosse und auffällige Wrackteil „verloren“ zu haben. Die Schiffe hätten nun die Region erreicht, wo es am Vortag gesichtet worden sei. Dort habe man jedoch nichts angetroffen, erklärte ein sichtlich verlegener Marinesprecher den Medien. Man habe es seinerzeit nicht direkt geborgen, da man der Suche nach Überlebenden eine höhere Priorität eingeräumt habe und keine Zeit verlieren wollte.

Der französische Verkehrsminister hatte bereits am Freitagmorgen die brasilianischen Behörden für die voreiligen Ankündigungen von „Sichtungen“ und „Funden“ gerügt. Man müsse mit „extremer Besonnenheit“ in Bezug auf Verlautbarungen vorgehen. „Unsere Flugzeuge und Schiffe haben bislang gar nichts entdeckt, es waren unsere brasilianischen Freunde, die Dinge gesehen haben, von denen sie glaubten und behaupteten, dass sie zu dem Flugzeug gehörten“ erklärte Staatssekretär Dominique Bussereau in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL.

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Flug AF 447 von Rio de Janeiro nach Paris verschwand in der Nacht von Sonntag auf Montag um 23.14 Uhr Ortszeit Brasília urplötzlich inmitten des Atlantiks von den Radarschirmen. Zuvor wurden von der Maschine verschiedene automatische Fehlermeldungen abschickt, unter anderem ist vom Ausfall der Steuerungssysteme und dem Abfall des Kabinendrucks die Rede. Das Flugzeug befand sich zu diesem Zeitpunkt über 1.000 Kilometer vom brasilianischen Festland entfernt in einem Gebiet mit heftigen tropischen Gewittern. Erst mehrere Stunden später wurde die Maschine offiziell als vermisst gemeldet. Und bis heute wurde nichts von ihr entdeckt.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Thomas Dressel

    Hat jemand schon mal daran gedacht, dass die widerrufung der ganzen gefundenen Wrackteile ziemlich unglaubwürdig klingt? Geht es vielelicht nur darum, dass Air France zum einen nicht zu sehr an Prestige verliern willl und ein Mysterium besser klingt als ein klarer Absturz und außerdem es vielleicht billiger ist für die Airline, weil sie für nicht eindeutig tote Passagiere weniger zahlen muss?

  2. 2
    Maria Ronka

    Aber was hätte Air France davon, wenn es unaufgeklärt bleibt? Eigentlich doch wenig. Und zahlen müssen sie doch wahrscheinlich trotzdem. Brasilien war wohl unter Erfolgsdruck etwas vorweisen zu müssen. Es ist irgendwie sehr unbefriedigend. Und es verunsichert, dass so widersprüchliche Nachrichten gesendet werden.

  3. 3
    visu

    Was, wenn dieser Flug garnicht stattgefunden hatt?