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18 Jahre Haft im Mordfall Dorothy Stang

Datum: 27. April 2006
Uhrzeit: 21:24 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Im Mordfall Dorothy Strang wurde der Vorarbeiter Amair Feijoli da Cunha, genannt Tato, im Bundesstaat Pará nun zu 18 Jahren Haft verurteilt. Er war geständig, am Mord der 73-jährigen US-Bürgerin und Missionarin im vergangenen Jahr beteiligt gewesen zu sein.

Die Jury zeigt sich milde und reduzierte somit das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß von 27 Jahren um ein Drittel. Grund war die gute Kooperation mit den Behörden, sowie das Geständnis des Angeklagten. Dieser hatte ausgesagt, mit seinen Kumpanen für den Mord von den Grossgrundbesitzern Vitalmiro Bastos de Moura (Bida) und Regivaldo Pereira Galvão (Taradão) ein Honorar von insgesamt 50.000 R$ (ca. 20.000 Euro) vereinbart zu haben. Durch diese Aussage ist nun auch die These belegt, dass es sich tatsächlich um eine Verschwörung gehandelt hat. Tato weinte, als er seine Beteiligung am Verbrechen zugab. Bereits im Dezember waren die Banditen Rayfran das Neves Sales (Fogoió) und Clodoaldo Carlos Batista (Eduardo) zu 27 Jahren, bzw. 17 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Dorothy Stang wurde am 12. Februar 2005 von Fogoió und Eduardo auf einer Landstrasse bei Anapu im Bundesstaat Pará mit sechs Schüssen getötet. Sie war auf dem Heimweg von einer Versammlung eines Sozialprojektes für Landarbeiter, welches sie geleitetet hatte. Tato bestätigte, dass der Revolver und die Munition Kaliber 38 vom Grossgrundbesitzer Bida gekommen seien. Vereinbart wurde der Mord in einem Büro vom anderen Grossgrundbesitzer Taradão in Altamira. Und Tato gab wörtlich zu Protokoll: “ Er (Taradão) sagte: ‚Wenn nicht bald Schluss ist mit dieser Frau (Dorothy Stang), werden wir nie mehr Frieden auf unserem Land haben.‘ “ Der Anwalt des Angeklagten bat vor der Urteilsverkündung um mildernde Umstände für seinen Mandanten. Dieser wäre von mächtigen Grossgrundbesitzern missbraucht und gezwungen worden. Er hätte, um sich selbst und seine Familie zu schützen, eigentlich keine andere Wahl gehabt. Der Prozess gegen die Fazendeiros soll noch in diesem Jahr stattfinden.

Die jetzige Verhandlung wurde von Landarbeitern, Mitarbeitern von Menschenrechtsorganisationen und von der Familie der Ermorderten, die dafür aus der USA angereist kam, begleitet.

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