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Familiendrama in Brasilien: Kindesentführung endet mit Flugzeugabsturz

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Datum: 13. März 2009
Uhrzeit: 10:29 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Vater und Tochter kamen bei dem Absturz des Kleinflugzeugs auf dem Parkplatz eines Shoppingcenters ums Leben (Foto: Divulgação)

In Brasilien hat ein Familiendrama ein grausiges Ende genommen. Nachdem ein Mann im Streit seine Frau aus dem Auto warf und dabei seine eigene 5-jährige Tochter enführte, raubte er im Anschluss mit Waffengewalt ein Kleinflugzeug. Nach einer Verfolgung durch die brasilianische Luftwaffe und waghalsigen Flugmanövern über einer Großstadt zerschellte die Maschine wenig später auf dem Parkplatz eines Shoppingcenters. Vater und Tochter starben bei dem Unglück, die Frau liegt ausser Lebensgefahr in einem Krankenhaus.

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagnachmittag (12.) im Bundesstaat Goiás im Mittelwesten Brasiliens. Noch sind die Hintergründe für Tat völlig unklar, vermutlich handelte es sich um Familienstreitigkeiten. Laut ersten Ermittlungsergebnissen der Polizei soll der 30-jährige Kleber Barbosa da Silva seine Frau Érica da Mota und die gemeinsame 5-jährige Tochter Penélope Barbosa Correia in der Stadt Anápolis gezwungen haben, in sein Auto einzusteigen. Auf der Fahrt in das von der brasilianischen Hauptstadt Brasília nur knapp 60 Kilometer entfernte Luziâna kam es dann zum Streit. Im Verlauf der Auseinandersetzung habe der Mann seine Frau mit einem im Fahrzeug befindlichen Feuerlöscher attackiert und schliesslich am Fahrbahnrand aus dem Auto geworfen. Danach raste er mit dem Mädchen davon.

Wenig später tauchte Kleber auf einem Sportflughafen auf und bestellte für sich und seine Tochter einen Rundflug über die Region. Auf der Startbahn habe er jedoch urplötzlich den Piloten mit vorgehaltener Waffe gezwungen, die einmotorige Maschine vom Typ Embraer EMB 712 zu verlassen. In diesem Zusammenhang soll der 30-jährige die Waffe an den Kopf des Piloten gehalten und gedroht haben: „Ich habe heute schon eine Person getötet und kann auch noch eine weitere töten“.

Kurz vor 16:30 Uhr Ortszeit hob dann das nur noch mit Vater und Tochter besetzte Kleinflugzeug ab. Polizei und Luftwaffe wurden umgehend informiert. Kleber selbst steuerte das rund 190 Kilometer entfernte Goiânia an. Über der Hauptstadt des Bundesstaates Goiás vollzog er dann rasante Flugmanöver, die nicht nur die Augenzeugen am Boden in Angst und Schrecken versetzten.

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Der regionale Flughafen wurde ab 18 Uhr Ortszeit für knapp 75 Minuten vollständig für Starts und Landungen gesperrt, sämtliche Tanklastzüge in die Hallen gebracht, die Flugleitstelle evakuiert. Wie ein Mitarbeiter der Flugleitstelle erklärte, habe sich das Flugzeug bedenklich nahe dem Kontrollturm genähert. „Seine Intention war es, in den Turm zu knallen“ zeigt sich Milton Ananias von der regionalen Luftaufsicht überzeugt.

Bereits kurz nach dem Start in Luziâna hatten zwei Flugzeuge der brasilianischen Luftwaffe die Verfolgung aufgenommen. Eine Tucano begleitete den Irrflug die ganze Zeit, konnte jedoch keinen Kontakt mit dem Piloten aufnehmen. Vermutlich hatte der Mann das Funkgerät ausgeschaltet. Auch ein Hubschrauber der Militärpolizei beteiligte sich am Ende an der waghalsigen Aktion über der Stadt mit ihren rund 1.3 Millionen Einwohnern.

Letzte Bilder – Aufnahmen von Militärpolizei und Amateurfilmern – zeigen die Maschine dicht über ein Wohngebiet hinwegfliegen. Minuten später ereignete sich dann die Tragödie. Die Maschine zerschellte kurz vor 19 Uhr Ortszeit auf einem Parkplatz eines Shoppingcenters rund 10 Kilometer ausserhalb des Zentrums von Goiânia. Mindestens 23 Fahrzeuge und zahlreiche Bäume wurden beschädigt, wie durch ein Wunder gab es am Boden keinerlei Verletzte. Vater und Tochter konnten jedoch nur noch tot aus dem völlig zerstörten Wrack geborgen werden. In dem beliebten Einkaufszentrum hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks nach Betreiberangaben rund 10.000 Besucher auf.

Am Abend berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf Aussagen von Nachbarn und Freunden, dass der Mann seit längerem unter Depressionen litt. Die sechsjährige Ehe habe sich in einer Krise befunden.

Die Frau erlitt bei der Agression durch ihren Mann einige Kopfverletzungen und Prellungen, befindet sich jedoch nicht in Lebensgefahr. Aus medizinischer Sicht könnte sie schon heute das Krankenhaus verlassen. Allerdings steht sie massiv unter Schock und muss psychologisch betreut werden.

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