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Nazi-Folter nur vorgetäuscht: Paula Oliveira bestätigt Falschaussage!

Datum: 19. Februar 2009
Uhrzeit: 13:49 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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Wer trieb sie zur Täuschung? Paula Oliveira hat ihre Aussage widerrufen (Foto: Facebook)

Die 26-jährige Brasilianerin Paula Oliveira hat laut einer Pressemitteilung der Züricher Stadtpolizei vom heutigen Donnerstag ihre Aussage widerrufen. Sie hatte am Montag vergangener Woche die Behauptung aufgestellt, am Bahnhof von Zürich-Stettbach von Neonazis überfallen und geritzt geworden zu sein. Im Anschluss an die Gewalttat habe sie ihre ungeborenen Zwillinge verloren. Nun hat sie die Täuschung zugegeben. Sie sei nicht schwager gewesen und die Wunden habe sie sich selbst zugefügt. Gegen sie wurde nun ein Verfahren wegen Verdachts auf Irreführung der Rechtspflege eingeleitet.

Bereits bei einer der ersten Vernehmungen zweifelten die Behörden die Darstellungen der 26-jährigen Juristin an, gingen jedoch mit dem gesamten Vorfall aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht an die Öffentlichkeit. Dadurch sah sich der Vater des vermeintlichen Opfes genötigt, die Presse zu informieren und spielte brasilianischen Medien Bilder und Informationen zu. TV-Sender, Radiostationen sowie Online- und Printmagazine nahmen das Thema sofort auf, darunter auch das brasilien Magazin. Die Meldung entwickelte sich binnen Stunden zu einer internationalen Schlagzeile, auch Schweizer Medien berichteten über den Fall, ohne dabei einen Zweifel an den Darstellungen der jungen Frau herauszustellen.

Auf einer von grossem Medieninteresse begleiteten Pressekonferez erklärte die Stadtpolizei Zürich am vergangenen Freitag, dass das vermeintliche Folteropfer am Tag der Tat nicht schwanger war. Zudem waren sich die Rechtsmediziner sicher, dass Paula Oliveira sich die Wunden, die unter anderem die eingeritzten Buchstaben SVP erkennen liessen, selbst zugefügt habe. In den darauffolgenden Tagen kamen immer mehr Details über unwahre Behauptungen und Lügen an den Tag, die die Brasilianerin gegenüber Freunden und Arbeitskollegen geäussert haben soll. Experten gehen daher von einer schweren psychischen Störung aus.

Unbestätigt sind weiterhin die Mutmassungen eines SVP-nahen Online-Magazins, Paula Oliveira hätte die Tat vorgetäuscht, um Schweizer Opferhilfe zu erhalten. Von 50.000 bis 100.000 Franken sei die Rede, heisst es in dem Artikel weiter. Dort wurden zudem Inhalte aus polizeilichen Befragungen wiedergegeben, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Die Behörden haben in diesem Zusammenhang ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet.

Zu weiteren Details will die Polizei derzeit keine Stellungnahme abgeben, da aufgrund der Widersprüchlichkeit der Aussagen weitere Untersuchungen vorgenommen werden müssen. Zu gegebener Zeit soll dann eine weitere Stellungnahme gegenüber der Presse erfolgen.

Der tragische Fall der Paula Oliveira beschäftigt auch weiterhin ganz Brasilien. Wie konnte es zu der vorgetäuschten und vermutlich sogar geplanten Tat kommen, fragen sich die Menschen im grössten Land Südamerikas. Und haken nach: Liegt tatsächlich eine psychische Störung vor oder war es wirklich reine Habgier? Und welche Rolle spielt ihr Lebensgefährte Marco Trepp in diesem Fall? Fragen, die hoffentlich von Polizei und Medizin schnell und umfassend beantwortet werden können.

Alle Artikel zum Thema in einem grossen Special:

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Viktory

    Ich habe hier schon mal Fragezeichen hinter eure Headlines gesetzt!
    Doch es ist einfach eine Schweinerei, wie Ihr berichtet!
    wie wäre es, wenn Ihr mal über die Missstände in Eurer Botschaft in Zürich berichten würdet, mit gleichen Headlines!?
    Da sind Leute angestellt, wo absolut keine Ahnung haben, weder über brasilianische amtliche Vorgänge, noch über schweizerische!
    Das Personal kann sich mehrheitlich nicht mal in unserer Landessprache verständigen und wir nach Beziehungen in Brasilien angestellt und ausgewählt, nicht nach Fähigkeit.
    Beispiel: Ihr bekommt Formulare zugestellt, füllt die aus und reist nach Zürich. Da angekommen müsst ihr froh sein, wenn ihr bei der Schalteröffnungszeit drankommt und wenn das der Fall ist, könnt ihr sicher sein, dass die ihnen zugestellten Formulare von der bedienenden Person nicht anerkannt werden und am Schluss reist ihr sicher 3 bis 4 mal dahin! List mal den drohenden, schüchternen Anschlag beim Schalter! wo findet ihr so was in der Schweiz!?

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