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Ganz Brasilien ist im Orbit

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Datum: 02. April 2006
Uhrzeit: 21:07 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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1.270 Beiträge findet alleine GoogleNewsBrasil zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Eintrages über Marcos Pontes, dem ersten Brasilianer im Weltraum. Die Brasilianer sind mächtig stolz auf ihren Astronauten, der, wie sollte es anders sein, in langen Interviews seine Botschaften auf die Erde sendet. Er war noch nicht richtig aus der Soyouz-Kapsel in die ISS umgestiegen, da packte er vor laufenden Kameras schon die Nationalflagge aus. Und diese Szenen sind in Slow-Motion im brasilianischen Fernsehen wiederholt zu sehen, zuletzt heute abend in TV Globos Fantastico. Und die Medien berichten wie wild über den neuen Helden der Nation. Es beschränkt sich inzwischen nicht mehr auf „ein Brasilianer ist im Weltraum“. Nein, es ist nicht nur Marcos Pontes im Orbit, vielmehr heisst es inzwischen fast überall in der brasilianischen Medienlandschaft: „Brasilien im Weltraum„.

In zahlreichen Gesprächen habe ich in den letzten Tagen den „Besuch“ von Pontes immer als „einer von vielen“ zu relativieren versucht. Und ich stiess auf erheblichen Widerstand. Auch das Argument der teuren zehn Millionen Dollar-Reise zählt nicht. Die Brasilianer sind stolz, und er ist ihr Held. Da spielt Geld keine Rolle. Haarklein wird hier in den Medien berichtet, was und warum er dieses oder jenes gerade macht. Und die Brasilianer freuen sich. Und darum freue ich mich mit für diese Menschen, die oftmals so wenig zu lachen haben. Diese kurze Mission eines Mannes, der seit knapp einer Dekade in den USA lebt, holt sie ganz einfach für einen Moment aus dem Alltag heraus. Sie haben nun ein neues Idol, welches sie an die eigene Zukunft, die eigene Leistungsfähigkeit glauben lässt. Sie wissen nun, dass es Menschen gibt, die hier geboren wurden und trotzdem „Höchstleistungen“ vollbringen können. Die international respektiert und für „fähig“ befunden werden. Jemand direkt aus ihrer Mitte. Ein Brasilianer eben, symphatisch noch dazu, der sich zu seiner Herkunft bekennt und die Herzen aller Brasilianer gewonnen hat.

„Hör mal gut zu“ sagte eine Nachbarin heute zu mir, „er darf gerade mal 15 kg mitnehmen, und was hat er dabei? Ein Trikot der Seleção und die Flagge.“ „Ja“ sage ich, „die Flagge habe ich gesehen.“ „Siehst du,“ setzt sie nach, „ständig zeigt er sie, auch bei den Interviews. Er ist eben stolz Brasilianer zu sein, und darum sind wir auch stolz auf ihn.“

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Helmut Heuskel

    Es ist nich anders wie bei uns. Der 1.FC-Köln steigt wieder ab. Die Fans sind begeistert und strömen zu tausenden ins Stadion. Ein Absteiger ist mit 50.000 Zuschauern fast regelmäßig ausverkauft. Wie kommt es, das so kleine und eigentlich doch unwichtige Dinge die Aufmerksamkeit auf sich locken? 🙄

  2. 2
    digdigger

    Weil gerade Gesellschaften, die sich anderen Gesellschaften gegenüber unterlegen fühlen, einen viel stärkeren (Lokal)Patriotismus entwickeln können und einen erheblich grösseren (National)Stolz haben, der das Zusammenhörigkeitsgefühl auch in schlechten Zeiten am Leben erhält … (Mann bin ich gut) … 😆

  1. Notizen aus der Provinz

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