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Patient überlebt dank Blutspenden 51-stündige Herzoperation

Datum: 12. August 2008
Uhrzeit: 22:51 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Eine Herzoperation in der Stadt Londrina im Norden des brasilianischen Bundesstaates Paraná hat nach Auskunft des behandelnden Chirurgen Ende Juli die rekordverdächtige Zeit von 51 Stunden gedauert. Dabei wurden insgesamt 400 Einheiten an Bluttransfusionen benötigt, das Blut des Patienten rund 20mal komplett ausgetauscht. Am Ende verlief der Eingriff alleine durch das gespendete Blut erfolgreich. Dem 49-jährigen Patient geht es inzwischen gut, er läuft bereits in seinem Zimmer herum.

Alles begann am 28 Juli um 7.30 Uhr als der Verkaufsleiter Onivaldo Cassiano im evangelischen Krankenhaus der Stadt einen Routineeingriff vornehmen lassen wollte. Cassiano litt unter einer Aussackung der Hauptschlagader, einer sog. Aortenaneurysma. Normalerweise dauert eine solche Operation rund drei Stunden, wobei die Schlagader an dieser Stelle durch einen Schlauch ersetzt wird, der aus einem Material besteht, welches der Herz von Rindern umhüllt.

Bei der Operation setzte jedoch die natürliche Blutgerinnung nicht ein, so dass Cassiano immer mehr Blut verlor. Laut Aussagen des Chirurgen kann es vorkommen, dass der Gerinnungsprozess bis zu 10 Stunden auf sich warten lässt, im vorliegenden Fall konnte der Blutverlust erst nach etwa 24 Stunden gestoppt werden. Ein Team aus vier Chirurgen und 3 Operationshelfern arbeiteten rund um die Uhr. Danach wurde die Wunde verschlossen und der Patient auf die Intensivstation verlegt.

Eine Blutspende kann bis zu vier Menschenleben retten. Das Foto zeigt Xuxa bei der letzten grossen Blutspende-Aktion in Brasilien (Foto:Divulgação) Doch dort begann alles wieder von vorne. Unverzüglich wurde er zurück in den Operationssaal gebracht, erneut geöffnet und um keine weiteren Schäden zu verursachen, das Blut über ein künstliches Herz durch den Körper gepumpt. Danach wurde alles doppelt und dreifach überprüft, bevor die Maschine abgeschaltet wurde und das Herz erneut zu schlagen begann. Doch auch da hörten die Blutungen nicht auf. Weitere 10 Stunden wurden Transfusionen zugeführt und das austretende Blut mit unzähligen Kompressen aufgesaugt. Erst etwa 50 Stunden nach dem ursprünglichen Operationsbeginn zeigte der Körper Anzeichen einer Blutgerinnung, die vor allem durch das „frische Blut“ im Körper verursacht wurde. Das Operationsteam wartete jedoch noch eine weitere Stunde, bevor sie den Torax erneut verschloss und ihn abermals auf die Intensivstation verlegte.

Wie der Chirurg dem brasilianischen Nachrichtenmagazin G1 erläuterte, kann es bei solchen Eingriffen oft zum Versagen anderer Organe wie der Leber oder der Lunge kommen. Doch durch das auf die verschiedenen Körperfunktionen spezialisierte Operationsteam, welches dabei bis an den Rand ihrer Fähigkeiten gehen musste, konnte dies in Londrina vermieden werden. Und der Chirurg erinnerte sich dabei an eine frühere Operation. Vor 11 Jahren habe er selbst einmal, als im Operationsbereich noch ein spezieller Klebstoff für solche Eingriffe fehlte, herkömmlichen Sekundenkleber verwendet, um damit die Aorta „abzudichten“ und somit die Blutung zu stoppen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass auch in Brasilien die Zahl der Blutspender kontinuierlich zurückgeht. Ohne diese lebensnotwendige Körperflüssigkeit wäre der Patient mit Sicherheit gestorben. Ob dieser Artikel in Deutschland, Brasilien oder wo auch sonst immer gelesen wird: SPENDET BLUT! Es wird überall gebraucht. Eine Spende kann bis zu vier Menschenleben retten und kostet den Spender nur ein wenig Zeit. Informationen erhält man in seinem nächstgelegenen Krankenhaus, bei Blutbanken und dem roten Kreuz.

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