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Rio: Neue Taktik des Militärs

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Datum: 14. März 2006
Uhrzeit: 17:51 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Mit etwas Verspätung will ich nun über die neuesten Ereignisse in Rio de Janeiro berichten. Vorweg gesagt, der Militäreinsatz ist nachwievor im vollen Gange.

Seit Sonntag hat sich das Militär aus den Favelas „Morro do Providência“ und „Mangueira“ zurückgezogen. Nun ist dort die übliche „Ruhe“ wieder eingekehrt und die Drogenmafia geht erneut ihren Geschäften nach. „Mangueira“ ist eine der am stärksten bewaffnete Favela von Rio de Janeiro. Die Mafia soll dort mindestens 50 Schnellfeuergewehre in ihrem Besitz haben. Jedoch war das Militär dort nicht erfolgreich. Keine der Waffen, die am 03. März in einer Kaserne geraubt worden waren, konnten dort gefunden werden.

Die Drogenbanden versuchen nun, ihre Verluste der vergangenen Woche auszugleichen. Experten schätzen, dass durch den vollständig unterbundenen Drogenhandel den Dealern in dieser einen Woche ungefähr 1 Million R$ (ca. 400.000 Euro) Einnahmen „verloren gingen“. Zwischen November und März werden normalerweise die meisten Drogen verkauft. Die Streitkräfte der Drogenmafia umfassen etwa 150 Mann, die inzwischen wieder in „ihrer“ Favela mit Schnellfeuergewehren und Pistolen patrouillieren.

Das Militär hat auf der Suche nach den verschwundenen Waffen inzwischen auch „Rocinha“ besetzt. Am heutigen Vormittag bezogen die Soldaten Stellung in der grössten Favela Rio de Janeiros. Ungefähr 200 Mann riegelten sämtliche Zugänge ab. Auch Lieferfahrzeuge und Omnibusse konnten die Strassensperren nicht passieren. Inzwischen sind auch schon vereinzelte Kampfhandlungen gemeldet worden. Wie die Nachrichtenagenturen vor wenigen Minuten vermeldeten, sollen in dem betroffenen Gebiet mindestens 2 Personen verletzt worden sein. Ein Anwohner sei von Splittern getroffen worden, im anderen Fall hätte sich ein Soldat aus Unachtsamkeit versehentlich selbst in den Fuss geschossen.

Auch die Favela „Curral das Éguas“ wurde inzwischen von etwa 150 Soldaten besetzt. Auch hier wird nach Waffen und Drogen gesucht. Ungefähr 500 Einsatzkräfte, unterstützt von 2 Hubschraubern, durchkämmen zur Stunde die Favela „Vila dos Pinheiros“ im Norden der Stadt. Diese punktuelle Vorgehensweise sei laut einem Militärsprecher die neue Taktik der Streitkräfte.

Eindeutig klar scheint inzwischen zu sein, dass die gestohlenen Waffen nur mit Hilfe eines Militärangehörigen hätten geraubt werden können. Dies gaben die Ermittler heute bekannt. Es wäre nur noch die Frage, wer es genau gewesen sei. Doch man sei guter Dinge. Die neue Taktik sei sehr erfolgversprechnd. Isoliert und punktuell blitzschnell zuzuschlagen sei sinnvoller als die langwierigen Belagerungszustände der vergangenen Woche. Der Überraschungseffekt läge nun auf Seiten des Militärs. Ergebnisse würden daher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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