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Rio: 12-jähriger angeschossen

Datum: 11. März 2006
Uhrzeit: 12:33 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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In der vergangenen Nacht gingen die Schiessereien zwischen Militär und Drogenmafia weiter. Im Viertel „Morro da Providência“ wurde der 12-jährige Genílson dos Santos Batista durch einen Querschläger am linken Arm verletzt. Er wurde mit einem Knochenbruch vom Militär ins Krankenhaus gefahren.

In den Morgenstunden sind bei den anhaltenden Konfrontationen im selben Viertel auch zwei Erwachsene und ein 26 Tage alter Säugling durch Splitter leicht verletzt worden. Immer wieder geraten Bewohner in die ständig wechselnden Schusslinien zwischen Soldaten und „bandidos“. Vom Militär wurden bei den andauernden Duchsuchungen in der Nacht weitere Drogen, Schusswaffen, Munition, Messer und Kommunikationsgeräte sichergestellt.

Weitere Details wurden auch zu dem Raubüberfall bekannt. Die zwei verdächtigten Ex-Militärs waren zwar vermummt, wurden aber durch ihr Reden und ihre Körpersprache identifiziert. Nach Auskunft der Ermittler sollten die Waffen für das „Comando vermelho“ (CV) beschafft werden, um einen erneuten Angriff in Rocinha durchzuführen. Bei einem missglückten Angiff um die Vorherrschaft in der Favela am 15. Februar hatte das CV acht Waffen verloren.

Vizepräsident und Verteidigungsminister Jose Alencar stellte sich gestern erneut hinter das Militär. Er könne die Reaktionen der Bevölkerung verstehen, da diese eine solche Situation nicht gewohnt seien. Das Militär würde sich jedoch nur das zurückholen, was ihnen gehöre.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Careca

    Die Überschrift ist irreführend. Ich lese vier Angeschossene aus deniem Artikel heraus.
    wurden aber durch ihr Reden und ihre Körpersprache identifiziert
    Eine Farce. Schreib doch mal Klartext. Und drück dich nicht um die Wahrheit. Die Militärpolizei (=PM=Policia Militar) veranstaltet einen Bürgerkrieg, weil sie sich bei einem illegalen Geschäft übers Ohr gehauen gefühlt hat. Die PM interessiert sich nen Scheissdreck für die Rechte der bevölkerung, sondern trägt auf deren Rücken deren eigene Drogenhandel aus. Die PM in Rio ist genauso kriminell wie die Drogenbanden dort. Es kann keinen Kommentar geben, der die Machenschaften der PM nicht aufdeckt. Die PM ist genauso brutal wie die Drogenmafia. Und das muss eindeutig geasgt werden, wenn man die PM nicht decken möchte. Die Opfer der PM und Drogenmafia sind die unschuldigen asugebeuteten Bewohner kontrollierer Stadtviertel.
    Warum ist es in Brasilien immer so schwierig für die Bewohner die Wahrheit zu nennen? Kein Wunder, dass dort das unrecht grassiert, weil dort niemand Eier hat, die Wahrheit zu sagen. Warum muss permanent die Regierungszeitung als Zitat zitiert werden?

  2. 2
    digdigger

    Also ich lese keine 4 Angeschossenen heraus. Weil sie nur durch Stein- oder Mörtelsplitter getroffen wurden. So zumindest habe ich es übersetzt.

    Ich werde mich hüten, hier meine Vermutungen etc. in den Raum zu stellen. Ich versuche Fakten zu liefern die ich aus verschiedenen Quellen erfahre. Die PM ist ja eigentlich kaum beteiligt. Sie stellen derzeit 50 Mann oder so. Der Rest ist Militär, auf Anordnung eines Richters. Gedeckt von der Staatsführung. Der Antrag der PM, die Besetzung durch das Militär zu beenden, wurde ebenfalls von Richtern abgelehnt. Natürlich will die PM die Sache auf ihre Art regeln, kann es aber im Moment nicht. Und sie wird es wieder tun. Nur dies ist im Augenblick nicht das Thema.

  3. 3
    Careca

    Ach so. Alles klar. Weil die Häuser so schlecht gebaut sind, kann man die Verletzungen verursacht durch Schusswaffen nur als sekundäre werten und sind somit keine primären und zählen somit nicht. Dann schreib das auch so. Frei dem Motto „Ich habe die frau nur die erste Stufe runtergeschubst, die restlichen ist sie selber runter geflogen. Ich hoffe der Staatsanwalt wird sich aufgrund meines Auffahrunfalls vor drei Tagen genau der gleichen Argumentation anschliessen.
    Egal. Es gilt für demokratische Staaten die Gewaltenteilung. Ist diese in Brasilien nicht gegeben, dann sollte dies klar formuliert werden. Die PM und die dahinter steckenden Politiker scheissen auf darauf. Das ist Fakt. Und nicht erst seit dem angezündeten Omnibus mit den Toten in Rio.
    Du kannst den Eiertanz ohne jegliche Zivilcourage der offiziellen „ich-war’s-nicht-„Medien Brasiliens in deinen Blog reinbringen.
    Fakten aus verschiedenen Quellen heisst auch zu sagen, die PM hat verdammt viel Scheisse produziert und diesen bürgerkriegsähnlichen Zustand zusammwen mit den Drogenbossen fabriziert.

  4. 4
    digdigger

    Nun, die Argumentation kann ich prinzipiell nachvollziehen. Nun sind sie nicht von Kugeln getroffen worden, also sind sie auch nicht angeschossen worden. Es sind auch Leute verletzt worden, weil sie sich im Kugelhagel auf den Boden geschmissen haben. Die sind ja dann auch nicht angeschossen worden.

    Mit der Gewaltenteilung hast du recht. Wie ich bereits geschrieben habe, herrschen unten den Juristen Brasiliens unterschiedliche Meinungen über die Rechtmässigkeit der Einsätze. Gerichte haben zu entscheiden und haben entschieden.

    Falls du es nicht mitbekommen hast: Das Ministerio Publico vs. Ministerio Defensa –> 0:1 & Oberschiedsrichter Lula hört auf die Umfragen (90% befürworten den Einsatz ANGEBLICH) und stellt sich im Wahljahr hinter seinen Vize und somit hinter das Militär.

    Doch noch einmal. Ich versuche hier zu schildern, was in den Favelas passiert. Ich nenne es auch bewusst KRIEG ! Damit stehe ich übrigens ganz alleine auf weiter Flur!

  5. 5
    Careca

    Von Angeschossenen zu reden, ist recht einfach. Da sinkt die Quote der Verletzten auf ein bis zwei. Und schon ist alles nur halb so schlimm. Naja.

    Mit deienr Aussage zur Gewaltenteilung sagst du aus, dass du in einem Unrechtssystem lebst. Das solltest du als Deutscher mit FETTbuchstaben schreiben und nicht so einfach en passant. Also, wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Das haben wir Deutsche sehr wohl gelernt, oder etwa nicht? Oder sollte Adolfs Handlungen oder die Wiesse Rose ohne Lehre an uns vorbei gegangen sein?

    Naja, du bist nicht der einzige auf weiter Flur. Meine Kontakte benutzen genau die gleichen Worte. Warum sie nichts machen? Inkonsequent a la „Lass mich in Ruhe, mir geht es gut“. 🙁 Coach Potatoes. Lieber nichts tun, als was im eigenen Land verändern wollen ….

  6. 6
    digdigger

    Nun bin ich hier in diesem Land Gast. Ich lebe zwar hier, aber ich bin kein Brasilianer. Ich integriere mich, aber ich opponiere nicht. Ich bin dankbar, hier leben zu dürfen. In Deutschland war ich in der Politik. Dort bin ich gegen den Strom geschwommen und habe Dinge verändert. Was machst du in Deutschland, Careca? In welcher Partei? Wann auf der letzten Demonstration? Wann den letzten Leserbrief an die örtliche Tageszeitung? Wann die letzte Dienstaufsichtsbeschwerde? Habe ICH in Deutschland gemacht. Hier steht es mir nicht zu.

  7. 7
    Careca

    Aus deinen Fragen entnehme ich, dass du gerade dies von mir nicht annimmst. Stimmst? Tja, falsch angenommen. Man muss nicht in einer Partei sein, um Dinge zu verändern. Das ist immer schon der fatale Fehlschluss gewesen. Die Weisse Rose war auch nicht in der Partei.

  8. 8
    digdigger

    Die Frage nach der Partei war eine von vielen. Es geht darum, wo und wann man Dinge versuchen kann zu verändern, und wo nicht. Und wenn ich bei dir im Wohnzimmer eingeladen bin, werde ich mich hüten, die Farbe deiner Tapete bestimmen zu wollen. Denn ich bin nur Gast.

  9. 9
    Careca

    Weisst du, es ist deine private individuelle Entscheidung über Unrecht stumm hinwegzusehen. Aber Landesgrenzen, die – wie du es ausdrückst – es zustehend machen, zu opponieren, gibt es für mich nicht. Hat es für mich selbst in Brasilien nicht gegeben. Und dadurch habe ich Dinge verändert. Ich kann die Mentalität der Sofarevoluzzer in Deutschalnd nicht verstehen: Dauernd über die Zustände meckern, aber nicht den kleinsten Finger rühren, weil es einem nicht ansteht. Und das unabhängig der Nationalität: Brasilianer, Italiener, Franzosen, Österreicher und erst recht die Deutschen!
    So kommt Brasilien nicht voran.
    Meckerer ohne Aktivität gibt es dort schon millionenfach.
    Tu wat, statt tunix. Fürs nixtun gibt es keine Entschuldigung, digdigger.

  10. 10
    digdigger

    Ah, in deinen Augen mache ich also nix. Gut zu wissen. Was bitteschön, soll ich genau tun? Nach Rio fahren – mich dazwischenstellen? Im übrigen bist du derjenige der hier ständig meckert. Ich berichte nur objektiv. Ich übersetze mehr oder minder Meldungen von Tageszeitungen und Nachrichtenagenturen. Du bist der Kritiker nicht ich. Also tu du was!

  11. 11
    Careca

    Bleib mal ruhig und fahr dich ein wenig runter.
    Was du tun kannst? Du hast doch selber geschrieben:
    Parteien, Demonstrationen, Leserbriefe an die örtliche Tageszeitung, Beschwerden. Engagiere dich bei Robin Wood, ai, greenpeace, human right watch, Kinderhilfsorganisationen usw. usf.
    Wenn ich dich richtig verstanden habe, beschwerst du dich über konstruktive Kritik, die du hier nicht findest, oder? Nimm die obigen – von dir zuerst aufgeführten – Tätigkeitsfelder und engagiere dich genauso darin, wie andere Menschen es tun. Ich tue es bereits.
    Nach deiner Antwort zu schliessen, darf ich also Kritik üben? Oder etwa nicht? Ist mundtot besser?

  12. 12
    digdigger

    Natürlich darfst du Kritik üben. Du weisst selbst, dass ein Knopf genügt und deine Kommentare würden zerpammt werden. Nur auf dieses Niveau werde ich sicherlich nicht sinken.

    Ich versuche durch meine Beiträge lediglich Information zu liefern. Ich will hier auch nicht als grosser Kritiker auftreten. Persönlich kann ich auch nur sagen, dass ich gegen die Methoden der PM bin. Aber dass das Militär jetzt einmal durchgreifen muss, finde ich persönlich sehr schade, aber in gewisser Weise notwendig. Für stellt sich die Diskussion eher in dem Bereich, wie im Endeffekt vorgegangen werden soll – also mit einer minimalen Anzahl an „zivilen Opfern“.