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Schimpfwörter: Brasilianische Schüler müssen Strafe zahlen

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Datum: 08. August 2007
Uhrzeit: 08:50 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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br_moedas.jpgIn einer Schule in Jaraguá do Sul im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina müssen Schüler für die Benutzung von Schimpfwörtern Strafe zahlen. Nach Auskunft der Schulleitung wurden seit Einführung der Regelung rund 400 Fälle registriert. Die Regelung, die bereits seit zwei Jahren angewendet wird, wurde von einem Deutschlehrer initiiert, der sich durch die Wortwahl seiner Schüler damals sehr erschrocken zeigte. 10 Centavos (ca. 4 Eurocent) muss ein Schüler seitdem in eine Gemeinschaftskasse einbezahlen, wenn er öffentlich ein schmutziges Wort innerhalb des Schulgeländes ausspricht.

Die betreffenden Wörter werden selbstverständlich im Kontext bewertert und müssen schon eine persönliche Beleidigung darstellen. Wörter wie „Bunda“ (Hintern) zählen zum Beispiel nicht dazu. Die Regelung scheint auch teilweise Erfolg zu bringen. Einige Schüler verzichten seitdem in der Schule auf die Verwendung von Schimpfwörtern. Zumal die Verfehlungen auch in ein entsprechenes Buch eingetragen werden.

Mit den „Bussgeldern“ sollen Bücher und Unterrichtsmaterialien gekauft werden, so die Schulleitung. „Wir sind eine lutheranische Schule mit christlichen Prinzipien. Es müssen Strafen existieren. Mit einer solchen Strafgebühr zahlen die betroffen Schüler im Endeffekt an die anderen. Und das hat Erfolg. Die spontanen Beleidigungen sind stark zurückgegangen“ so Direktor Leopoldo Fenner.

Bislang sind rund 40 R$ (ca. 17 Euro) in den letzten zwei Jahren an Bussgeldern zusammengekommen. Aber die Regelung trifft nicht Überall in der Schule auf Zustimmung. „Nicht alle Lehrer beteiligen sich daran, die Strafen zu kassieren. In den Lehrerkonferenzen herrscht zudem die Meinung, vielleicht andere Strafen einzuführen, um die Schüler zu animieren, anständig zu reden. Die jetzige Regelung stammt lediglich von dem Deutschlehrer und der Bibliothekarin“ erklärt Fenner.

Die Eltern stehen nach Auskunft des Direktors der Massnahmne prinzipiell positiv gegenüber. Manche jedoch witzeln über die Höhe der Strafe, da diese wohl in den seltensten Fällen eine echte Verbesserung des verwendeten Sprachschatzes mit sich bringen würde.

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