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Amazonas-Regenwald: Holzfäller ermorden „Wächter des Waldes“

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Der "Wächter des Waldes" Paulo Paulino Guajajara ist von Holzfällern erschossen worden (Foto: Sarah Shenker/Survival International)
Datum: 04. November 2019
Uhrzeit: 17:56 Uhr
Ressorts: Panorama
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Wieder ist im Amazonas-Regenwald ein indigener Aktivist ermordet worden. Der 26-jährige Paulo Paulino Guajajara ist am Freitag (1.) von Holzfällern erschossen worden. Er war gemeinsam mit dem Indio-Führer Laércio Souza Silva im Indio-Territorium Arariboia im brasilianischen Bundesstaat Maranhão in einen Hinterhalt geraten.

Während Paulo Paulino tödlich am Hals getroffen wurde, ist Laércio Souza Silva die Flucht gelungen. Er konnte sich mit Schußverletzungen an Arm und Rücken in ein Indio-Dorf retten.

Das Indio-Gebiet Arariboia ist ein konstantes Ziel von Invasionen durch Holzfäller. In dem 1990 ausgewiesenen Gebiet leben etwa 6.000 Indios der Ethnie Guajajara. Heimat ist es ebenso von den isoliert lebenden Awá Guajá.

Paulo Paulino Guajajara hatte immer wieder illegale Machenschaften angezeigt und sich trotz Morddrohungen zum Schutz des Waldes eingesetzt. Wie Laércio Souza Silva war er einer der Leiter der Gruppe „Wächter des Waldes“. Die ist 2012 mangels Unterstützung durch die Regierungen Brasiliens gegründet worden, um gegen die Bedrohungen der Indio-Territorien durch illegale Holzfäller, Goldschürfer und Fazendeiros vorzugehen.

Nach Medienberichten ist die Regierung Brasiliens über die zunehmenden der Probleme in Arariboia bereits vor Wochen informiert worden. Das von Ex-Lava-Jato-Richter Sergio Moro geführte Sicherheits- und Justizministerium hat am 23. September den Eingang eines entsprechenden Dokumentes bestätigt. Gehandelt wurde indes nicht. Stattdessen schreibt Justizminister Sergio Moro nun in den Sozialen Netzwerken, dass die Bundespolizei den Mord aufklären und keine Kräfte schonen werde.

In dem Indio-Territorium kommt es seit Jahren zu Invasionen und Gewalt. 2007 wurde dort der Indio-Führer Tomé Guajajara ermordet worden, wie es vom katholischen Indigenen Missionsrat Cimi heißt. Laut diesem haben seit dem Wahlsieg des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro Gewalt und Invasionen in Indio-Territorien zugenommen. Allein zwischen Januar und September hat Cimi 160 Invasionen in 153 Indio-Gebieten registriert.

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