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Tödliche Einsätze: Rio de Janeiros Polizei tötet 434 Menschen in drei Monaten

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Jeden Tag sterben 7 Menschen durch die Polizei in Rio de Janeiro (Foto: Dietmar Lang / IAP Photo)
Datum: 07. Mai 2019
Uhrzeit: 20:05 Uhr
Ressorts: Panorama
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Die Polizei Rio de Janeiros gehört zu den tödlichsten der Welt. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres haben Polizisten bei ihren Einsätzen 434 Menschen getötet. Laut dem Instituto de Segurança Pública ist dies die höchste Zahl seit 1998 mit den Aufzeichnungen dieser Fälle begonnen worden ist.

Pro Tag sind es sieben Menschen, die in Rio de Janeiro zwischen Januar und März von der Hand von Polizisten gestorben sind. Auf die Einwohnerzahl umgerechnet entspricht dies 2,5 Toten pro 100.000 Menschen. Die Statistiken zeigen zudem, dass die Zahlen zunehmend sind. 2018 sind insgesamt 1.532 Todesfälle durch Polizisten registriert worden und damit 400 mehr als 2017.

Schon im Febraur hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die hohe Todesrate bei Polizeieinsätzen kritisiert. Anlass war eine Polizeioperation in den Favelas Fallet-Fogueteiro und Coroa im Zentrum Rio de Janeiros, bei der 13 Personen von Polizisten erschossen worden sind, die Mehrheit von ihnen schwarze Jugendliche.

Daniela Fichino von der Organisation Justiça Global sieht die Zunahme der Tötungsfälle seitens der Militärpolizei als eine Folge der Politik. Sowohl Rio de Janeiros neu gewählter Gouverneur Wilson Witzel als auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro haben während der Wahlperiode angekündigt, Todesfälle durch Polizeikräfte in Kauf zu nehmen. Justizminister und Ex-Lava-Jato-Richter Moro hat darüber hinaus ein Gesetzesprojekt vorgelegt, mit dem Tötungsdelikte seitens der Sicherheitskräfte im Falle der Selbstverteidigung legitim und ohne Folgen für die Schützen wären.

Wie schnell Sicherheitskräfte abdrücken, zeigt ein Fall im April, bei dem Soldaten mit Maschinengewehren ohne jegliche Vorwarnung 80 Schüsse auf ein Auto abgegeben haben, in dem sich eine Familie auf dem Heimweg befunden hat. Der Familienvater und ein Mann, der dem angeschossenen Schwiegervater zur Hilfe kommen wollte, wurden getötet. Zur Begründung hieß es, dass die Soldaten auf einen vorangegangenen Überfall reagiert und das Auto mit dem Wagen der Kriminellen verwechselt hätten.

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