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Human Rights Watch kritisiert Gewalt in Brasilien

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In Brasilien kommen täglich zwölf Frauen gewaltsam ums Leben. (Foto: Dietmar Lang / IAP Photo)
Datum: 23. Januar 2019
Uhrzeit: 18:05 Uhr
Ressorts: Panorama
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In Brasilien kommen täglich zwölf Frauen gewaltsam ums Leben. Nach einem von Human Rights Watch vorgelegten Bericht über Gewalt in 90 Ländern sind 2017 in Brasilien 4.539 Frauen umgebracht worden.

Als Feminizid, bei dem die Frauen deshalb umgebracht werden, weil sie Frauen sind, stuft die Polizei davon 1.133 Morde ein. Laut der Veröffentlichung von Human Rights Watch dürfte diese Zahl tatsächlich aber höher liegen.

Angesichts der erschütternden Daten spricht José Miguel Vivanco von Human Rights Watch von einer „Epidemie der Gewalt gegenüber Frauen“. Er verweist zudem auf die geringe Aufklärungsrate. Tausende Fälle von Gewalt gegenüber Frauen werden nicht ausreichend untersucht, wodurch es gegen etliche der Gewalttäter nicht einmal eine Anklage gibt, so Vivanco.

Als positiv wird hingegen das „Lei Maria da Penha“ hervorgehoben. Das 2006 erlassene Gesetz bietet den Frauen theoretisch Schutz und rechtliche Handlungsmöglichkeiten. José Miguel Vivanco stuft es als eins der besten Gesetze der Welt diesbezüglich ein. Allerdings kritisiert er mangelhafte Strukturen für eine ausreichende Umsetzung des Gesetzes.

Ein Beispiel dafür sind fehlende Frauenhäuser, in denen die Betroffenen Schutz finden können. In dem über 200 Millionen Einwohner zählenden Land wurden gerade einmal 97 eingerichtet. Tatsächlich funktionieren davon nur noch 74.

Angesprochen wird in dem Bericht ebenso die prekäre Situation der Gefängnisse. 2016 saßen in diesen über 726.000 Menschen ein, während die tatsächliche Kapazität lediglich für die Hälfte von ihnen ausgelegt war. Für 2018 wird die Zahl der Häftlinge auf über 841.000 geschätzt. Die extreme Überfüllung der Haftanstalten und der Mangel an Anstaltsmitarbeiter würden es dem Staat praktisch unmöglich machen, die Kontrolle über die Gefängnisse zu bewahren, so Human Rights Watch.

Zudem hat Brasilien 2017 mit 64.000 gewaltsam ums Leben gekommenen Menschen einen traurigen Rekord verzeichnet. Gestiegen ist ebenso die Zahl der von Polizisten bei Einsätzen getöteten Zivilisten.

Human Rights Watch Direktor Kenneth Roth zitierte bei der Präsentation des Berichts Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro in einem Atemzug mit totalitären Präsidenten, die Hass und Intoleranz sähen.

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