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Brasilien: Land der Haushaltshilfen

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In keinem Land gibt es mehr Haushaltshilfen als in Brasilien (Foto: Dietmar Lang / IAP Photo)
Datum: 04. März 2018
Uhrzeit: 12:28 Uhr
Ressorts: Panorama
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In keinem Land der Welt gibt es so viele Haushaltshilfen wie in Brasilien. Mit etwa sieben Millionen Hausangestellten arbeiten in dem südamerikanischen Land beinahe so viele Menschen in diesem Beruf, wie die Schweiz Einwohner zählt.

Auf 100.000 Einwohner kommen in Brasilien laut den offiziellen Daten drei „domésticas“. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch wesentlich höher liegen. Damit steht Brasilien weltweit an der Spitze. An zweiter Stelle kommt Indien mit zwei Hausangestellten pro 100.000 Einwohner. In beiden Ländern sind viele der als Haushaltshilfen arbeitenden Frauen nach wie vor nicht registriert. Die Zahl der in diesem Bereich informell tätigen Brasilianer ist darüber hinaus zunehmend.

Laut der Erhebung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mit Daten aus dem Jahr 2017 sind vor allem schwarze und braune Frauen, mit geringer Schulbildung als Haushaltshilfen tätig. Bei den Arbeitsplätzen für Frauen stellt der Haushalt anderer 14,6 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse.

Spezialisten sehen einen Zusammenhang zwischen der großen sozialen Ungleichheit eines Landes mit einer hohen Zahl von „domésticas“. Zu der Aussage kommen sie nach einem Vergleich des Entwicklungsindex mit der Zahl der in Haushalten angestellten Menschen verschiedener Länder.

In Brasilien ist die Hausarbeit ist in der Regel schlecht bezahlt. Arbeitsrechte und ein Mindestlohn wurden den Haushaltshilfen erst kürzlich und nach heftigen Debatten per Gesetz zugesichert. Die Konvention über Haushaltsarbeit hat Brasilien zudem erst im Februar dieses Jahres unterzeichnet.

Historiker sprechen von einem Erbe aus der Kolonial- und Sklavenzeit. Die Idee einen Hausdiener zu haben, sei üblich gewesen, so Historikerin Marília Bueno de Araújo Ariza. In den höheren sozialen Schichten hat sich dies gehalten. Einen kleinen Einblick in die von vielen Brasilianern noch heute gelebte Hierarchie gibt die sozialkritische Komödie „Der Sommer mit Mamã“, die 2015 bei der Berlinale ausgezeichnet worden ist.

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