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Brasilien: 2014 über 2.500 Menschen von Polizisten getötet

Polizei-Brasilien

In Brasilien kamen 2014 über 2.000 Menschen durch Polizeigewalt ums Leben (Foto: Dietmar Lang / IAP Photo)
Datum: 31. Juli 2015
Uhrzeit: 11:40 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 1 Kommentar

Die Gewalt in Brasilien geht nicht nur von Kriminellen aus. Über 2.500 Menschen sind im vergangenen Jahr durch Militär-Polizisten ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten ist dabei seit zwei Jahren wieder zunehmend.

Mindestens 2.526 Menschen sind 2014 von Militärpolizisten im Dienst umgebracht worden, wie ein brasilianisches Fernsehmagazin berichtet. Selbiges hatte die Daten der Sicherheitsbehörden von 22 Bundesstaaten des Landes ausgewertet. Danach sterben täglich etwa sieben Menschen durch die Hand der Polizisten. Vermutet wird jedoch, dass die Zahlen wesentlich höher liegen, da einige Bundesstaaten keine Daten dazu veröffentlichen und die Fälle zudem häufig verschleiert werden.

In jüngster Vergangenheit haben jedoch Aufnahmen von Sicherheitskameras in einigen Fällen gezeigt, dass Polizisten nach dem Erschießen mutmaßlicher Räuber oder anderer Verbrecher Waffen neben die Toten gelegt haben, um einen Schusswechsel zu simulieren und eine Notwehr zu rechtfertigen. Wie es heißt, soll es vor allem nach der Ermordung von Polizisten immer wieder zu „Hinrichtungen“ kommen, bei denen oft auch Unbeteiligte und Unschuldige Opfer werden.

Erst vor Kurzem sind in wenigen Tagen in der Amazonas-Hauptstadt Manaus 37 Menschen ermordet worden. Auch in dem Fall wird eine Hinrichtung vermutet. Nur wenige Tage vor dem Fall soll ein Polizist bei einem Überfall ums Leben gekommen sein, wie es heißt. Von der zuständigen Polizeidienststelle wird eine Beteiligung der Sicherheitskräfte an den Morden abgestritten. Die Auswertung von Kameras soll nun Aufklärung bringen.

Nach dem Medienbericht sind São Paulo und Rio de Janeiro Spitzenreiter bei den Toten durch Polizeigewalt. In der Megametropole sollen es 2014 695 Tote gewesen, in Rio de Janeiro 582. Nach dem offiziellen Jahressicherheitsbericht sind 2013 in ganz Brasilien 1.231 bei “Zusammenstößen“ mit der Militär-Polizei erschossen worden. Weiter heißt es dort, dass zwischen 2008 und 2013 die Zahl der Todesopfer um 85 Prozent reduziert worden sei. Allerdings wird ebenso eine erneute Erhöhung in den vergangenen zwei Jahren eingeräumt.

Vom Staatsministerium wird eine fehlende Transparenz und ein Mangel an Informationen beklagt. Erst in diesem Jahr hat zudem der Rat des Staatsministeriums damit begonnen, Daten von Fällen mit Todesopfern durch Polizeiagenten zu erheben.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    PeBu

    Nun ich habe die PM selbst kennen gelernt und weiss über einen Fall sehr gut Bescheid. Was mir selbst passierte, CEARA. Sogenannte Touristen Police hielt mir den Colt ins Gesicht (Distanz knapp ein Meter) weil ich mit meinem deutschen Schäferhund zum ersten mal am Strand war. Ich solle verschwinden oder …. damit einheimische Hunde ohne Angst am Strand herum rennen können. Wäre ich ein Brazil Criminoso, dann wären beide Cowboys tot. Der Fehler, er steckte seinen Colt weg und reichte mir seine Schusshand zum Abschied.
    Ein anderer Fall – „Ausstattung der Police“! Ein Major PM besuchte mich in freundlicher Absicht. Ein Colt im Hosengürtel und ein Colt in der Hosentasche. Auf meine Frage warum er seine Colt so trüge meinte er: hier gibt es zu viele Criminoso!!