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Brasilien: Tabakkultur mittlerweile seit Jahrhunderten erfolgreich

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Datum: 31. Juli 2014
Uhrzeit: 22:23 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Einer der größten und sichersten Einnahmequellen für brasilianische Kleinbauern ist der Anbau von Tabak. Im Jahr 2012 wurden in Brasilien 810.550 Tonnen Tabak geerntet, das ist weltweit der dritthöchste Wert. Auf Platz 1 lag China mit 3,2 Milionen Tonnen, gefolgt von Indien mit 875.000 Tonnen.

Der Vorteil des Tabakanbaus ist, dass dieser selbst unter schwierigsten Bedingungen funktioniert und regelmäßig kalkulierbare Erträge abwirft. Der meiste brasilianische Tabak wird in der Region um Santa Cruz do Sul kultiviert – nicht ohne Grund wird die Stadt auch „Hauptstadt des Tabaks“ genannt. Im Jahr 2006 wurden fast 97 Prozent der brasilianischen Tabakernte im Bundesstaat Rio Grande do Sul und den beiden Nachbarstaaten Paraná und Santa gewonnen.

Kleinkredite für erste Anschaffungen

Um Kleinbauern den Einstieg in diese Verdienstmöglichkeit zu geben, gewähren Tabakproduzenten Kleinkredite für die ersten Investitionen. Damit werden Trocknungsschuppen und die Grundausstattung subventioniert. Die Bauern erhalten zudem teilweise kostenfreies Saatgut und können Dünger und Insektizide zum Selbstkostenpreis erwerben. Da der Tabakanbau auch seine Tücken hat, werden Neulinge regelmäßig von einem landwirtschaftlichen Berater besucht. Die größeren Firmen agieren hier als Bürge gegenüber der halbstaatlichen „Banco do Brasil“, von denen die Bauern Ihre Kredite erhalten.

Ohne die Bürgschaft eines großen Unternehmens wären die wenigsten kreditwürdig. Die oft angeprangerte Kinderarbeit ist dabei von den Unternehmern vertraglich untersagt und wird mit Kündigung geahndet. Ebenfalls verpflichtend sind Schutzanzüge zum Ausbringen des Düngers sowie eine Lagerung der Düngemittel in ausreichendem Abstand zum Wohnort. Die meisten Bauern haben circa einen halben Hektar Land zur Verfügung, auf dem sie bis zu 1.000 Pflanzen kultivieren können.

Tabak schon lange Teil des Landes

Die Kultivierung der Tabakpflanze schon lange in der brasilianischen Kultur verwurzelt. Bereits im 17. Jahrhundert siedelten sich Portugiesen in bestimmten Regionen Brasiliens an und brachten den Tabak mit. Der Rohstoff wird zu großen Teilen industriell zu Feinschnitten und Filterzigaretten verarbeitet, wesentlich edler sind jedoch die aus Brasilien stammenden Zigarren. Für diese werden qualitativ besonders hochwertige, ganze Tabakblätter von den sogenannten Torcedos zu diesen anspruchsvollen Rauchwaren gerollt. Der Onlineshop für Zigarren Cigarmaxx.de hat sogar eine eigene Kategorien für brasilianische Zigarren. Und auch die bekannten Dannemann Zigarillos und Zigarren stammen aus Brasilien und sind seit dem 19. Jahrhundert mit dem Land verwurzelt.

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