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Der Fall Bauersfeld: Kinderpornos an der Copacabana?

Datum: 10. Januar 2007
Uhrzeit: 14:08 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Der Deutscher Tourist und Menschenrechtler Alexander Bauersfeld, 58 Jahre, wurde am Sonntagmittag an der Copacabana verhaftet. Er hatte zu dieser Zeit in Höhe des Hotels Copacana Palace laut Polizeiangaben zwei Schwestern im Alter 10 und 12 Jahren, die aus Minas Gerais stammen und bei ihrem Onkel in Rio de Janeiro ihre Ferien verbringen, in ihren Bikinis am Strand fotografiert. Ein weiblicher Badegast, der dies beobachtete, rief die städtischen Ordnungshüter. Diese nahmen Bauersfeld fest und übergaben ihn der Polizei. Eine Justiz-Sprecherin erklärte zwischenzeitlich, der Mann sei zum Strand gegangen um „bei nicht erwachsenen Mädchen speziell die Gesässregion zu fotografieren“.

Alexander Bauersfeld bei seiner Verhaftung in Brasilien im Januar 2007 (Foto: Polizei v. Rio de Janeiro // CC2.5br)Wie brasilianische Meden übereinstimmend berichten, wurden bei einer ersten Untersuchung in seiner Kamera 150 Bilder von Kindern und Jugendlichen in Badebekleidung gefunden. (Das Nachrichtenportal G1.com.br schreibt darüber als einziges in wörtlicher Übersetzung: “150 Bilder von Kindern die nackt sind oder Badebekleidung nutzen”)

Am nächsten Morgen wurde sein Hotelzimmer Nr. 705 im Hotel Atlântica durchsucht. Dort fanden sich 2 Fotoapparate, 7 Filmrollen und 4 CDs. Darin wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden rund 100 weitere Bilder von halbnackten Kindern in “herausfordernden” Positionen gefunden. Darunter seien einige mit Kindern zwischen 6 und 10 Jahren in “erotischen Positionen”, so eine Sprecherin der lokalen Ermittlungsbehörden. Ein Teil könnten ihrer Aussage nach auch ausländische Kinder sein. Das Material würde nun zur Auswertung ins kriminalistische Institut weitergegeben werden.

Im Gefängnis wurde Bauersfeld im Beisein eines Anwaltes und eines Respäsentanten der deutschen Botschaft die Anklage eröffnet. Dies zumindest berichtet die Presseabteilung des brasilianischen Justizministeriums. Bauersfeld wird nach deren Presseveröffentlichung wegen Verstosses gegen Artikel 240 des brasilianischen Gesetzes zum Schutz von Kindern und Jugendlichen angeklagt. Der Abschnitt im Gesetzbuch lautet frei übersetzt wie folgt:

“… Aufführungen im Theater, Fernsehen, Kino, Aktivitäten fotografischer Natur oder Aktivitäten mit jedem anderen visuellem Medium produziert oder leitet, bei denen Kinder oder Jugendliche in pornografischen, explizit sexuellen oder herausfordernden Darstellungen genutzt werden …”

Die Strafe hierfür beträgt zwei bis sechs Jahre Haft und Geldstrafe. Bauersfeld wurde, wie brasilianische Medien in weiteren Artikel übereinstimmend berichten, inzwischen in die Untersuchungshaftanstalt Polinter überstellt. Die Staatsanwältin erklärte gegenüber der Presse, dass “er [Bauersfeld] gegenüber dem Verteidiger erklärt habe, dass er kein Problem damit hätte, die Fotos zu entfernen. Fakt sei, dass er kein portugiesisch sprechen würde, um seine Verteidigung nicht zu gefährden. Die Rechtsanwälte hätten ebenfalls bereits erklärt, dass er sich nur im Prozess äussern würde.” Die Behörden prüfen nun, ob Bauersfeld einer Gruppe angehört, die diese Fotos über das Internet verbreiten und verkaufen wollen.

Bauersfeld lebt in Hannover. Er war im Dezember für die Konrad-Adenauer-Stiftung in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, um dort einen Vortrag über die Demokratie in Kuba zu halten. In der DDR wurde er seinerzeit verfolgt und war ein Jahr inhaftiert, bevor er von der BRD freigekauft wurde.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    diter

    zu ergaenzen waere noch, dass O GLOBO einen tag nach der berichterstattung auch noch ein foto veroeffentlicht hat. als deutscher anwalt bin ich, ehrlich gesagt, fassngslos, in welcher weise in brasilien mit den persoenlichkeitsrechten eines menschen umgegangen wird, der, jedenfalls nach deutschen massstaeben, als unschuldig zu gelten hat, bis er eventuell rechtskraeftig verurteilt werden sollte

  2. 2
    Jota

    Die Tatsache, daß dieses eigentlich heiße Thema vier Tage nach der ursprünglichen Globo-Meldung schon „erkaltet“ ist, legt meines Erachtens den Verdacht nah, daß an den Vorwürfen vielleicht gar nichts dran war. Oder brauchen die brasilianischen Behörden vier Tage, um 250 Fotos anzusehen und zu bewerten?

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