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Möglicherweise mehr als 1.000 Tote nach Flut-Katastrophe in Brasilien

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Datum: 17. Januar 2011
Uhrzeit: 23:51 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Sechs Tage nach den verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro ist die Zahl der Todesopfer auf fast 700 angestiegen. Über 200 Menschen werden weiterhin vermisst, Pessimisten schließen mittlerweile nicht mehr aus, dass die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Brasiliens über 1.000 Tote zur Folge haben könnte.

In den fünf betroffenen Städten in der Bergregion rund 100 Kilometer nördlich der Millionenmetropole Rio de Janeiro herrschen weiterhin chaotische Zustände. Über 15.000 Menschen sind in Notunterkünften untergebracht, mehrere tausend Familien sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Am Montagabend rettete die brasilianische Luftwaffe 18 Personen mit einem Hubschrauber aus einer Risikozone. Mehr als 700 Soldaten sind in der Region derzeit im Einsatz und unterstützen Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz bei den Bergungsarbeiten.

Die meisten Todesopfer wurden bislang in der Stadt Nova Friburgo registriert. Hier kamen nach Angaben der Stadtverwaltung 318 Menschen ums Leben. Für Teresópolis wird die Zahl mit 274 Toten angegeben, weitere Menschenleben sind in Petrópolis (58), Sumidouro (20) und São José do Vale do Rio Preto (2) zu beklagen.

Die Aufräumarbeiten werden nach Angaben der Experten Monate in Anspruch nehmen, immer wieder müssen Helfer aufgrund neuerlicher Regenfälle und Erdrutsche die Rettungsmaßnahmen einstellen. In der Nacht vom 11. auf den 12. Januar hatte es in oberhalb von Nova Friburgo binnen weniger Stunden soviel geregnet wie normalerweise im ganzen Monat. Die Pegel der Flüsse stiegen mit rasender Geschwindigkeit an und überfluteten die Städte, kurz darauf gaben die vollkommen durchweichten Hänge nach. Schlamm- und Gerölllawinen begruben hunderte Häuser unter sich, zerstörten Strom- und Wasserleitungen, rissen Brücken weg und machten Verbindungsstraßen unpassierbar.

„Es war grauenhaft. Riesige Schlammlawinen wälzten sich über die Häuser und Straßen am Stadtrand. Schnell und unbarmherzig. Man hörte Schreie von Menschen“ beschreibt die Deutsche Vanessa Lorenz aus Nova Friburgo die Unglücksnacht exklusiv auf agência latina press. Gegen Mitternacht sei der Strom ausgefallen, völlig Finsternis habe über der Stadt gelegen. Die grausige Szenerie der sich ausbreitenden Wassermassen sei in der pechschwarzen Nacht nur durch Blitze erhellt worden. Im Morgengrauen habe man bereits das ganze Ausmaß der Katastrophe sehen können, doch erst am Abend darauf hätten sich erste Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr den Weg durch den Schlamm bahnen können.

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