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28 Verhaftungen: Stadt in Brasilien ohne Führung

dourados

Datum: 02. September 2010
Uhrzeit: 17:02 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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In Brasilien ist eine Stadt derzeit fast vollständig seiner Führungsspitze beraubt. Bürgermeister, Vize-Bürgermeister, Stadtratsvorsitzender, acht Stadträte und weitere Beteiligte wurden aufgrund des Verdachts der Korruption verhaftet. Insgesamt 28 Haftbefehle wurden in Dourados im Bundesstaat Mato Grosso do Sul in diesem Zusammenhang vollstreckt, so die brasilianische Bundespolizei.

Der Sumpf der Korruption in der zweitgrössten Stadt des Bundesstaates im Westen des Landes dürfte jedoch weitaus grösser sein als bislang aufgedeckt. Drei Monate wurde ermittelt, nachdem aus dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit heraus Anzeige erstattet hatte. Hier waren Aufnahmen angefertigt worden, bei denen Bürgermeister Arit Artuzzi grössere Mengen Bargeld zugesteckt bekam. Nach ersten Ermittlungen kamen die Schmiergelder von Firmen, die sich so die Zuschläge bei öffentlichen Aufträgen erkauften.

Artuzzi wiederum sicherte sich die notwendigen Stimmen im Stadtrat ebenfalls durch „Geldgeschenke“. Hier wurde nach Auskunft der Ermittler sogar Partei übergreifend agiert. Auch Mitglieder der Opposition nahmen laut Polizeiangaben Gelder an. Neben einmaligen Zuwendungen wurde zudem regelmässig ein monatliches Schweigegeld gezahlt. Die Übergabe der Beträge zwischen umgerechnet 2.500 und 4.000 Euro erfolgten stets in bar. Auch Ehefrauen von Stadtverordneten sollen darin verwickelt sein.

Bürgermeister Ari Artuzzi wurde bereits kurz nach seiner Festnahme aus Sicherheitsgründen in die Provinzhauptstadt Campo Grande verlegt. Vor dem örtlichen Gefängnis in Dourados hatten sich binnen Minuten aufgebrachte Einwohner versammelt, es kam zu ersten Tumulten. Alle anderen Verhafteten wurden in die Hochsicherheits-Haftanstalt der Stadt verlegt.

Der Gerichtshof des Bundesstaates Mato Grosso do Sul hat bislang noch nicht entschieden, wer in den kommenden Tagen und Wochen der Stadtverwaltung vorstehen wird. Bis dahin müssen die rund 200.000 Einwohner ohne ihre Stadtspitze auskommen.

Foto: Wikipedia

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