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Lügen-Paula: Brasilianerin muss sich vor Gericht verantworten

Datum: 16. Oktober 2009
Uhrzeit: 15:10 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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Nach der Folter-Lüge erwartet Paula Oliveira nun der Prozess (Foto: Facebook)

Die Brasilianerin Paula Oliveira muss sich wegen Vortäuschung einer Straftat und Falschaussage vor Gericht verantworten. Die zuständige Staatsanwalt in Zürich (Schweiz) hat nun offiziell Anklage gegen die 26-jährige erhoben. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Die Anklagevertretung stellte nach letzten Informationen keinen Antrag auf Untersuchungshaft. Die Juristin bleibt damit unter strengen Auflagen bis zum Prozessbeginn auf freiem Fuss, darf jedoch das Land nicht verlassen. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu 3 Jahre Haft.

Der Fall der Paulo Oliveira hat im Februar zu diplomatischen Spannungen zwischen Brasilien und der Schweiz geführt. Die junge Frau hatte auf spektakuläre Weise für Aufsehen gesorgt, in dem sie behauptete, von Neonazis überfallen und gefoltert worden zu sein. Dabei habe sie ihre ungeborenen Zwillinge verloren. Die brasilianische Regierung hatte daraufhin auf eine unverzügliche Aufklärung dieses „fremdenfeindlichen Aktes“ bestanden.

Bereits kurze Zeit später stellte sich die komplette Geschichte jedoch als Erfindung heraus. Oliveira war zum vermeintlichen Tatzeitpunkt weder schwanger, noch wurde sie Opfer eines Überfalls. Die oberflächlichen Schnittverletzungen mit Symbolen der rechtsgerichteten SVP hatte sich die mental labile Frau selbst zugefügt. Die „Folterfotos“, die seitens der Familie bereits kurz nach der Tat im Internet veröffentlicht wurden, sorgten zunächst weltweit für Empörung.

Ende Mai liess sich Oliveira dann auf eigenen Wunsch in die Psychiatrie einweisen. Die Brasilianerin leidet laut Auskünften ihrer Familie unter Lupus, einer Krankheit, die das Immunsystem angreift und im Extremfall psychische Störungen verursachen kann. Allerdings keimte nach Bekanntwerden der Lüge nicht nur in der Eidgenossenschaft der Verdacht auf, dass Oliveira die Tat nur vortäuschte, um später hohe Schadensersatzforderungen zu erstreiten, die ihr nach Schweizer Recht zustünden. Die aus Recife im Bundesstaat Pernambuco stammende Tochter eines einflussreichen brasilianischen Anwaltes arbeitete bis zum Vorfall bei einer dänischen Reederei in Zürich. Dort lebte sie auch mit ihrem Lebensgefährten Marco Trepp.

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  1. Wer Brasilien kennt weiss,dass die meisten Kinder das Lügen schon in den Genen haben.