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Mate Gelado

Datum: 16. Januar 2006
Uhrzeit: 20:59 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Fremde Länder, fremde Sitten!

Heute: => Eiskalten Tee mit dem Strohhalm schlürfen!

Mate-Tee ist in Südamerika eine beliebte Erfrischung, eine uralte Tradition und ein Hungerkiller. Die Geschichte ist so lang wie dieser ganze Blog und ich will niemanden damit langweilen. Also versuche ich das Ganze ein wenig anzukürzen.

Ich habe dieses in Paraguay kennengelernt, wo es an ein Ritual grenzt. Der Jüngste schenkt ein, der Älteste macht den Anfang mit Trinken. Dann geht es immer reihum. Aber bevor ich abschweife, schauen wir mal im Wikipedia. Die können das immer so schön beschreiben:

Tereré ist ein, besonders in Paraguay, aber auch im nordöstlichen Teil Argentiniens, beliebtes traditionelles Getränk. Es handelt sich um einen Tee aus Mate mit Zusätzen anderer Kräuter, zum Beispiel Minze. Die Zubereitung ähnelt der von Matetee (siehe dort), mit dem einzigen Unterschied, dass zum Aufgießen des Tees, statt heißen Wassers, kaltes Wasser (oft Eiswasser) verwendet wird. Insbesondere in Hitzeperioden wird es als Mateersatz getrunken, sehr gerne in einer Runde mit Freunden, in der das Trinkgefäss herumgereicht wird. In Argentinien wird Tereré manchmal mit dem Saft von Zitrusfrüchten und gelegentlich sogar mit kohlensäurehaltigen Getränken getrunken. In Paraguay hat Tereré eine besondere kulturelle und medizinische Bedeutung.

Wie beim Matetee, wird ein spezielles Gefäss (in Paraguay Guampa genannt) mit dem Kraut etwa zur Hälfte gefüllt, das Kraut etwas befeuchtet und festgedrückt und dann mit Wasser übergossen. Getrunken wird es mit dem Bombilla, einem metallenen Trinkrohr, das am unteren Ende eine Art Sieb hat, damit man keine Blattstücke mittrinkt. Im Gegensatz zum – aus Kürbis gefertigten – Calebasse, in dem konventioneller Mate zubereitet wird, ist der Guampa meist aus Rinderhorn, mit Verzierungen aus Silber oder sonstigen Metallen. Auch der Bombilla ist oft aus echtem Silber.

Es ist nicht sicher, wann der Brauch Tereré zu trinken seinen Anfang nahm, aber in Paraguay erzählt man sich die Geschichte, dass Soldaten während des Chacokrieges anfingen, Mate kalt zu trinken, um kein Feuer entzünden zu müssen, das ihre Position verraten hätte.

Die Paraguayer bezeichnen mit dem Guaraní-Ausdruck tereré rupa (wörtlich „das Tereré-Bett“ oder „die Tereré-Ruhe“) ein traditionelles zweites Frühstück, das im Laufe des Vormittags, vor dem ersten Tereré zu sich genommen wird, damit das kalte Getränk nicht so sehr auf den Magen schlägt.

Ja, so ist es besser. Nun noch ein paar Infos zu dem Begriff Mate:

Der Mate-Strauch (Ilex paraguayensis), oder auch Mate-Baum, gehört zur Gattung der Stechpalmen (Ilex) aus der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae). In Südamerika gibt es etwa 280 Arten dieser Familie, davon allein 60 in Brasilien.

Mate ist ein in Südamerika weit verbreitetes Aufgußgetränk, das durch Aufguss kleingeschnittener trockener Blätter des Ilex paraguayensis gewonnen wird. Mate bezeichnet ursprünglich das Trinkgefäß (aus dem Quechua mati für Trinkgefäß), heutzutage auch das Getränk, welches von den Guarani caiguá genannt wurde. Die Blätter hingegen werden als yerba (aus dem spanischen hierba: Kraut) bezeichnet. Heutzutage wird Mate oft mit „Gaucho-Tradition“ in Verbindung gebracht, ist aber tatsächlich schon vor der Kolonisierung von den Ureinwohnern Südamerikas getrunken worden. Im Umfeld der traditionellen Anbaugebiete hat Mate regelrechten Kultcharakter. In Rio Grande do Sul und in Uruguay führt die Mehrzahl der Menschen stets ihren „Chimarrão“ bzw. ihre „Calabasa“ (deutsch: Kalebasse) und eine Thermoskanne mit heißem Wasser mit, und das Geräusch des Mate-Schlürfens ist allgegenwärtig. Im Ausland jedoch konnte er sich nie durchsetzen, weshalb der Export gering blieb und die Produktion vorwiegend dem Eigenbedarf dient. Ursprünglich wurde der Sud als Tereré kalt getrunken (im Sommer sehr erfrischend).

So, und da haben wir auch schon das Wort: Chimarrão! Dies trinkt meine Vilma immer. Ich kann das heiss aber gar nicht trinken. Nur eiskalt als Erfrischung. Aber ihren Mate-Tee kann ich dazu nicht verwenden, der verstopft mir sofort das Sieb unten am Trinkröhrchen. Dehalb kaufe ich speziellen Tereré-Tee, hier in Brasilien „Mate Gelado“ genannt:

So, und so sieht dann der Tee aus:

Und dann brauche ich ja noch die übrigen Zutaten wie Eiswasser, den Becher (bei mir ein billiger Blechbecher weil meine paraguayische Holz-Guampa bei Umzug abhanden ging) und die Bombilla (das Trinkröhrchen):

Tja, und nun kann es eigentlich schon losgehen. Den Tee in den Becher, Röhrchen rein, mit kaltem Wasser auffüllen und los:

Teilweise sind diese Utensilien ständige Begleiter. In Porto Mendes am Strand sah ich eine Frau damit ins Wasser gehen und dort mit ihren Begleitern trinken. Auch morgens im Bus sieht man die Leute ihren Chimarrão trinken. Thermoskanne in der einen Hand, Becher in der anderen. Im Stehen wie im Sitzen.

Wenn meine Vilma ihren Tee mit heissem Wasser trinkt, so kann ich über meine Nachbarn nur staunen: Letztens sehe ich sie den teegefüllten Becher mit Fanta auffüllen und trinken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das schmecken kann. Aber jeder wie er mag.

Und hatte ich vorhin noch Hunger, und wollte kochen, so ist dieser jetzt fast verschwunden. Auch eine Eigenschaft des Tees. Zm Abnehmen bestens zu empfehlen. Alle Utensilien kann man bequem in Internet-Shops in Deutschland bestellen.

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