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Und im Garten wütet die Schwiegermutter

Datum: 01. Mai 2006
Uhrzeit: 15:51 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Kennt jemand diesen Film? Das Buch? Die Theateraufführung? Wenn nicht, lasst es mich kurz schildern, denn es spielt sich gerade jetzt in meinem Garten ab.

Um 11 Uhr kam die Schwiegermutter. Erkundigt sich nach Vilma und Jasmin (Vilma ist arbeiten und Jasmin ist bei der Tante), um dann beiläufig zu erklären, dass sie alles mitgebracht hätte um im Garten mal für Ordnung zu sorgen. Auf meine Bitte, dies nicht zu tun, da ich dafür zuständig wäre, wurde nicht eingegangen. Da wurden die festen Schuhe angezogen, die Kappe kam auf den Kopf und die Hacke wurde fest mit beiden Händen gegen die angebliche grüne Bedrohung der sonst so friedlichen Umwelt erhoben.

Und dann begann die Oma meiner Tocher eine Schneise des Todes durch den Garten zu ziehen. Es wurd gehackt, umgegraben, Bäume wurden beschnitten, zierliche Pflänzchen wurden niedergemäht und natürlich – und dies war vielleicht auch mal nötig – Unkraut gejätet. Jetzt ist es kurz vor vier und man ist immer noch dabei – inzwischen schon vor dem Zaun an der Strasse (siehe Foto). Aber ich muss zugeben, der Garten wirkt grösser, freundlicher, übersichtlicher. Auch wenn sich gerade unzählige Insekten und Kleinstlebewesen eine neue Heimat suchen müssen. Aber die sind ja laut meiner Schwiegermutter eh nur Ungeziefer welches ausgerottet gehört. Karl der Käfer hätte hier keine Chance gahabt.

Ich habe mich bereits frühzeitig von der Aktion distanziert. Ja, schlagt mich, gebt mir Tiernamen, aber ich habe die 50-jährige Frau alleine rackern lassen. Ich habe sie nicht darum gebeten und habe auch deshalb nicht geholfen. Ich habe ihr aber immerhin etwas zu Essen gemacht und Kaffee gekocht. Lobt mich!

Auch meine Frau war total entsetzt als sie mich in ihrer Mittagspause angerufen hat. „Was macht die? Die ist doch verrückt!“ war ihre erste Reaktion. Als hätte meine Schwiegermutter nichts besseres zu tun. Und daheim hat sie im übrigen auch genug Arbeit. Aber Reisende oder Gartenarbeitswütige soll man nicht aufhalten und bevor ich mit der Hacke eine übergebraten bekomme, habe ich mich ins Büro verzogen. Gleich kommt Vilma und wird hoffentlich dem Spuk ein Ende bereiten. Weil sonst hier gar nichts mehr steht.

Und im Garten wütet die Schwiegermutter – ein Einakter aus der Reihe „Verbrannte Erde“. Demnächst im Kino. Heute schon hier!

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Möwe

    Moin Dietmar,
    wenn es Ihr Spaß macht, lass sie doch rackern.

    Vielleicht kommen noch neue Pflänzchen.
    (Sie will Dich doch nur unterstützen, ist bestimmt nicht böse von ihr gemeint!!!!)

    Das war doch sehr nett von Dir, ihr zu bekochen.
    Sie möchte vielleicht lieber bekocht werden,
    da ihr Gartenarbeit viel mehr Spass macht.
    Sieh das alles bißchen gelassen.
    Mit 50 Jahren is man nicht zu alt, um es alleine zu schaffen!!!!

    Liebe Grüße
    Möwe 🙄

  2. 2
    Careca

    Und der Mörder ist immer der Gärtner und meuchelte zehn auf einem Streich mit einer Hacke.
    Mein aufrichtiges Beileid an die Insekten und Kleinstlebewesen.
    Wetten, du musst demnächst bei ihr was im Haus handwerkstechnisch richten … 😛

  3. 3
    Hebinho

    Oh ja, das kenne ich, nur dass hier meine Frau oder die Faxi immer das Werk der Zerstörung verrichteten!

    Was war der Endeffekt? In dem kleinen Streifen Erdreich, den wir hier vor unserer Terasse haben, hatte jeder Regen einen gewaltigen Effekt: alles was irgendwie nach gesunder Erde ausgesehen hatte und von den vielen Regenwürmern nach oben geschaufelt wurde, wurde vom ungebremst ablaufenden Regenwasser weggerissen und über unsere Straße verteilt!

    Bis, ja bis ich vor etwas über einem Jahr ein Machtwort gesprochen hatte! Wenn es jetzt regnet, schafft es selbst der stärkste Wolkenbruch kaum noch, soviel Wasser anzusammeln, dass etwas aus dem Rohr zur Straße kommt!

    Dafür wächst hier inzwischen eine Bananenstaude (nach einem Jahr über 1,5 m hoch, eine schöne gelb blühende Zierpflanze, die – nachdem sie im Topf vor einem Jahr fast verdurstet wäre – dort ausgesetzt sich riesig ausgebreitet hatte, ein „até-meio-dia“-Strauch (dessen Blüten sich bei Sonnenaufgang öffnen, mittags schließen und abends abfallen – jeden Tag aufs neue) und seit drei Monaten eine „bucha“. Das ist eine Luffa-Pflanze deren Samen ich aus einem gekauften Luffa-Schwamm gerettet und eingepflanzt habe. Mittlerweile hat sich das „Monster“ über fast die halbe häßliche Mauer vor der Veranda ausgebreitet, blüht jeden Tag mit großen gelben Blüten (10 cm Durchmesser!) und so wie es aussieht, werden wir demnächst eine Menge an Luffa-Schwämmen haben (was die wenigsten Leute wissen: Luffa-Früchte kann man im unreifen Zustand wie beispielsweise Auberginen zubereiten und essen. Sobald sie aber reifer werden, bildet sich im Inneren der Frucht dieses fast unzerstörbare schwammartiege Gewebe und dann wirds ungenießbar. Zur gleichen Pflanzensorte gehört auch noch eine Xuxu, die hier als Kern/Samen eingesetzt inzwischen wie die bucha fleißig klettert.
    Und – nicht zu vergessen – drei kleine Pinien-Stecklinge (ca. 30 cm hoch), die sich aus im August letzten Jahre aus drei spaßeshalber in den Boden gesteckten „Pinhoes“ (Piniensamen) entwickelt haben. Dazwischen fristen auch noch die Oberteile von zwei geköpften Ananas ein langsam erwachendes Leben (einfach mit ca. 1 cm Fruchtfleisch abschneiden, Loch in den Boden, reinstellen, Erde rundherum andrücken und angießen).

    Auf diese Weise wurde der Streifen, den alle am liebsten komplett zubetoniert (und grün angestrichen) hätten, auf natürliche Weise schön grün. Muss demnäx mal ein paar Bilder in meinen Blog setzen!

  4. 4
    Möwe

    Moin Hebinho,

    auf die Bilder freue ich mich.
    LG:Möwe

  5. 5
    Hebinho

    Hi all:
    Habe ich doch glatt getan: Haus und „Subminaturgarten“ auf meinem vidabrasileira.blog.de!

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