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Solidarität in der Ferne: Hilfe für Neto

Datum: 09. März 2008
Uhrzeit: 21:21 Uhr
Ressorts: Magazin Inside
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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hilfe für neto

Haben Sie schon einmal ans Auswandern gedacht? Die Zelte abzubrechen und irgendwo neu anzufangen, fremde Kulturen kennen zu lernen, ganz neue Erfahrungen zu machen? Es ist wahrlich kein leichter Schritt und natürlich auch mit einem Risiko verbunden. Nicht wenige kehren irgendwann wieder in ihre alte Heimat zurück, sind jedoch meist nicht gescheitert sondern haben einfach nur die Grenzen ihrer ganz persönlichen Freiheit neu abgesteckt.

Auswandern ist Risiko und Abenteuer zugleich. Und irgendwann wird natürlich das Leben in einem fremden Land auch zum Alltag. Man geht seiner Arbeit nach, versucht sein Geld zu verdienen und stellt sich den kleinen und grossen Problemen in einer immer vertrauter werdenden Umgebung. Auswandern bedeutet jedoch auch, oftmals die sozialen Sicherungssysteme in Mitteleuropa hinter sich zu lassen und auf sich selbst zu vertrauen. Und dies funktioniert auch fast immer, denn Auswanderer sind fast immer Kämpfer, Überlebenskünstler, die sich durch die Tücken der neuen Heimat wursteln.

Doch so mancher Schicksalsschlag kann das Leben in der Ferne schnell zu einem grossen Problem werden lassen – gerade wenn es die Gesundheit betrifft. Wenn man nicht mehr selbst dafür sorgen kann, dass es einem selbst und der Familie gut geht, wenn man eben nicht mehr an vorderster Front kämpfen und helfen kann, sondern selbst auf Hilfe angewiesen ist. Dann ist Solidarität gefragt – von Freunden, Bekannten oder auch von Aussenstehenden.

Und darum geht es heute hier in den BrasilienPortal News. Es geht um einen Auswanderer, einem Deutschen namens Neto. Von ihm will ich heute hier berichten.

Neto ist ein feiner Kerl. Ich kenne ihn aus einer Vielzahl von Mails, Telefongesprächen und Unmengen von Fotos und mir geht sein Schicksal derzeit sehr nahe. Es ist ein lebenslustiger Optimist mit Jahrgang 1956, der sein Glück gefunden zu haben scheint. Eine kleine Pension in Itacaré im Bundesstaat Bahia namens Pousada Encontro das Águas direkt am Meer. Er hat eine neue Lebensgefährtin, mit der er inzwischen fünf Jahre zusammenlebt, harmonisch und voller Liebe. Seine Tochter aus früherer Ehe lebt ebenfalls bei ihm, geniesst ihre Kindheit in der exotischen Welt auf der anderen Seite der Erde.

Die Pousada läuft gut in der letzten Hauptsaison – Sommer, Karneval und viele Touristen. Doch es ist auch ein harter Job mit Aufstehen weit vor Sonnenaufgang und einer kurzen Nachtruhe irgendwann nach Mitternacht. Für Ausflüge in die Region mit den Gästen fehlt oft die Zeit – es ist auch für ihn etwas Besonderes und eine grosse Abwechslung vom Alltag.

Viel Geld bleibt nicht hängen. Personal, Reparaturen, alles kostet auch in Brasilien Geld. Und nicht zu knapp. Und es gibt natürlich auch Konkurrenz vor Ort. Und trotzdem versucht Neto denen zu helfen, die es nicht so gut haben, in grosser Armut leben. Ob ein kleines Baby, welches dringend Medikamente benötigt, ein alter Mann im Krankenhaus oder auch einfach nur hungrige Kinder, er versucht vielen ein Stück Wärme und Geborgenheit zu geben.

Und dieses hat nun auch er verdient. Denn Neto ist schwerkrank und liegt seit einigen Wochen im Krankenhaus. Man hat eine Leberzierrose diagnostiziert und die Giftstoffe, die sich im Körper ausgebreiteten, haben ihn nicht mehr klar denken lassen. Bald steht eine Operation an, doch zuerst muss sich Neto vom ersten Krankheitsschub erholen. Glücklicherweise wurde ein vernünftiges öffentliches Krankenhaus gefunden, denn eine Krankenversicherung haben in Brasilien nur die wenigsten und diese sind auch oftmals teuer oder bieten nur sehr wenige Leistungen.

Die Pousada bewirtschaftet nun seine Lebensgefährtin alleine. Tagsüber hält sie dort die Stellung, nachts ist sie bei Neto im Krankenhaus – im 70 Kilometer entfernten Ilheus. Jeden Tag pendelt sie also von Rezeption zum Krankenbett und dies nun schon seit Wochen. Die Zukunft ist unsicher, das Geld knapp und als erste Vorsichtsmassnahme hat sie Netos Tochter erst einmal wieder nach Deutschland holen lassen, wo sie nun mit ihrer Mutter lebt.

Auch wenn die Behandlung im Krankenhaus kostenlos ist, Medikamente müssen bezahlt werden, tagsüber fallen Betreuungskosten im Krankenhaus an und die 140 Kilometer tagtäglich zwischen Krankenhaus und Pousada gehen auch ins Geld. Aber gibt es eine Gruppe von Menschen, die Helfen wollen – die Brasilienfreunde. Denn unter anderem in diesem Forum war Neto aktiv, hat eine Vielzahl von interessanten und lebensnahen Geschichten veröffentlicht und jede Menge Fotos aus seiner neuen Heimat dort ins Netz gestellt. Und mit seinen lebensfrohen Beiträgen und seiner Liebe zu diesem Land viele in sein Herz geschlossen.

Es gibt viele Möglichkeiten, jemand in dieser Situation zu helfen. Wir haben nun einen ersten Schritt unternommen und eine Webseite sowie Bannerwerbung für die Pousada geschaltet. Alle Einnahmen von der Seite gehen direkt an Neto und seine Familie in Brasilien und über die Bannerwerbung versuchen wir, die Pousada gut besucht zu halten, damit die schöne und mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Pension weiter besteht und nicht aufgegeben werden muss.

Daher mein bescheidener Appell: Besuchen Sie einfach einmal unsere Seite Hilfe für Neto – ob Sie einen Kommentar mit Genesungswünschen schreiben, einen Banner auf Ihrer eigenen Seite schalten, eine kleine Spende hinterlassen, ein dortiges Werbeangebot nutzen oder einfach nur die Pousada empfehlen oder vielleicht selbst in Zukunft einmal besuchen – für jede kleine Geste sind wir dankbar.

Neto geht es inzwischen schon besser – und wir alle können mit ein klein wenig Solidarität mithelfen, dass er irgendwann wieder in seine Pousada zurückkehren kann und nicht nach seiner Krankheit vor dem sprichwörtlichen Nichts steht. Denn dies hat er wirklich nicht verdient.

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