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Mein Leben in Toledo: 30 Monate erlebter Fortschritt

Datum: 07. Dezember 2007
Uhrzeit: 19:31 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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toledoSeit 30 Monaten lebe ich nun hier in der Kleinstadt Toledo im Bundesstaat Paraná. Über viele Dinge habe ich schon berichtet, viele Fotos geschossen und veröffentlicht und stets versucht, objektiv über die Veränderungen hier in der Provinz zu berichten. Manch kontroverse Diskussion habe ich in Foren über das Leben hier in Brasilien geführt, oftmals gegen Pauschalierungen argumentiert und gehofft, ein wenig vom anderen Brasilien vermitteln zu können. Von dem Brasilien abseits der Millionenmetropolen und seinen Favelas, von kleinen Städten in den es keine Strassenkinder gibt, von Gemeinden mit Bildung für jedermann.

Selbstverständlich gibt es hier Kriminalität, Drogenhandel, Gewalt. Selbstverständlich sind hier nicht alle Menschen ehrlich, selbstverständlich gibt es soziale Probleme und Armut. Doch all dies ist mit den grossen brasilianischen Städten, den Tourismus- und Wirtschaftsmetropolen in keinster Weise zu vergleichen.

Zumal die Menschen hier spüren, dass etwas bewegt werden kann. Ob in der Infrastruktur, im Bildungs- und Erziehungswesen, ob im Bereich Gesundheit, Sport oder Kultur – es ändert sich zum Positiven. Die Arbeitslosenquoten sinken, die Einkommen steigen, Finanzierungen werden günstiger . Die Menschen leisten sich mehr und sind einhellig der Meinung, dass es ihnen besser geht wie vor einigen Jahren.

Inwieweit die Herren Politiker unserer Kleinstadt dafür verantwortlich sind, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist, die Region profitiert vom wirtschaftlichen Aufschwung, es wird mehr Geld verdient, es werden mehr Steuern eingenommen, es wird mehr im öffentlichen Bereich investiert. Mit Sicherheit werden sich die Verantwortlichen ihren Teil vom Kuchen sichern, doch mit dem Rest konnten sichtbare Ergebnisse erzielt werden.

30 Monate erlebter Fortschritt habe ich diesen Artikel genannt, und so meine ich es auch. Die Investitionen seitens der Stadt waren schon enorm. Das fängt bei einer Vielzahl von Kinderspielplätzen und Kindergärten an, dass führt über verbesserte Verkehrswege, einem schöneren Zentrum bis zu wesentlich umfangreicher ausgestatteten öffentlichen Apotheken mit kostenlosen Medikamenten. Die Gelder kommen dabei aus der Stadtkasse, vom Bundesstaat Paraná bis zu Zahlungen aus dem Programmen der derzeitigen Regierung in Brasília.

Die hier „regierende Partei“ hat nun nach drei Jahren Amtszeit einen umfangreichen Katalog herausgegeben. 1000 Tage Administration und Bürgermeister Schiavinato im „fortschrittlichen Toledo“. Es ist die PP, die „Partido Progressista“, die Fortschrittspartei. Wieviel sie sich von den in der 64-seitigen Broschüre genannten Errungenschaften tatsächlich selbst auf die Fahnen schreiben darf, weiss ich nicht. Doch alles, was man dort nachlesen kann und was mit vielen, vielen Bildern dokumentiert ist, hat sich in den vergangenen 3 Jahren tatsächlich ereignet. 2 1/2 Jahre konnte ich wie erwähnt selbst miterleben.

Ich habe das Prospekt heute nachmittag einmal eingescannt. Es ist mit rund 6 Megabyte nicht unbedingt klein, aber vielleicht interessiert es doch den ein oder anderen, wie es denn so in einer typischen brasilianischen Kleinstadt mit 100.000 Einwohnern im Süden des Landes ausschaut. Übertragen auf andere Regionen des Landes kann man dies natürlich nicht. Und auch, ob es ein Einzelfall ist und ich einfach nur Glück habe, in einer solchen Stadt zu leben, vermag ich ohne weiteres nicht zu beurteilen.

Die anhängende Datei dient damit lediglich zur Information, und es sollte immer dabei bedacht werden, dass sie mit Sicherheit ein wenig geschönt ist. Zumindest die Probleme, die nach wie vor bestehen, wurden logischerweise nicht erwähnt.

Datei herunterladenFortschritt in Toledo-Paraná
1000 Tage Administration von Bürgermeister Schiavinato im "fortschrittlichen Toledo"
(Dateigrösse: 6,0 MiB)

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