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Bankgeschäfte

Datum: 21. Februar 2006
Uhrzeit: 21:48 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Manchmal überrascht mich Brasilien. Dies kommt zwar äusserst selten vor, da ich einigen Kummer gewohnt bin. Doch heute bin ich wahrlich erstaunt. Ich muss aber auch dazusagen, dass ich mit der nachfolgenden Bankgeschichte bis dato überhaupt keine Erfahrung hatte.

Ich habe heute etwas über das Internet verkauft, sprich Mercadolivre, das brasilianische Pendant zu Ebay. Und schon 5 Minuten später meldete sich der Käufer und verlangte meine Bankdaten. Da musste ich erstmal nachsehen, da ich das Konto erst Anfang diesen Monats bei der Banco do Brasil eröffnet hatte und damit aber noch gar nix angefangen habe. Damals habe ich es auch gleich Online-tauglich machen lassen. Also habe ich meinem Käufer die Daten gemailt und nach einer nochmaligen kurzen Rückfrage seinerseits – er wollte noch den genauen Namen des Kontoinhabers wissen – schickte er mir eine kurze Mail, dass er das Geld überwiesen hat. Und ich war derzeit dabei, mal zu prüfen, wie das Online-Konto so funktioniert. Da gibt es viele Rubriken und Anzeigen, alles sieht halt etwas anders aus als bei einem deutschen Konto. Auch das System der Bankleitzahlen ist hier ja anders.

Und dann finde ich den Link „Extrato Conta Corrente“, nachdem ich bereits den Kontostand (0 R$) abgefragt hatte. „Ah, da bekomme ich also eine Aufstellung aller meiner nicht vorhandenen Kontobewegungen“ dachte ich mir und klickte einfach mal drauf. Und als die Aufstellung angezeigt wurde, war sie gar nicht leer. Da war schon das Geld von meinem Käufer drauf, der übrigens ungefähr 1.000 KM entfernt in São Paulo wohnt. Unglaublich. Die Auktion war gerade eine Stunde vorbei, die letzte Mail von ihm war noch keine 5 Minuten alt. Darin hatte er geschrieben, dass das Geld morgen früh auf meinem Konto sein müsste. Dies fand ich nicht aussergewöhnlich, sondern relativ normal. Dass es aber innerhalb von Minuten geht, hätte ich nicht gedacht. Und nicht nur im Konto vorgemerkt; nein, „verfügbarer Saldo“ steht direkt dabei. Respekt. Ich denke aber, es geht nur bei Konten innerhalb der BdB so schnell.

Achja, bei der Kontoeröffnung hat mein Berater gesagt, in 1 Monat könne ich meine Visa-Karte abholen. Im Auszug eben stand ganz unten übrigens noch der kurze Satz, dass meine Karte in meiner Zweigstelle zur Abholung bereit liegt. Nach 20 Tagen. Dies war die zweite Überraschung. Nun werde ich also morgen früh Bank und Post im Zentrum erledigen, nachdem ich Jasmin zur Tagesmutti gebracht habe. Doch da wird es sicherlich nicht so schnell gehen wie im Internet. Die Schlangen sind immer endlos. Wer Brasiliens Banken kennt, weiss von was ich rede. Da lob‘ ich mir das Internet!

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Hebinho

    Da kann ich dir nur Recht geben!

    Bei der BdB sind die Gegensätze wirklich extrem. Immer lange Schlangen an den Geldautomaten oder den Schaltern. Und am Monatsende wird es besonders schlimm, wenn alle städtischen Angestellten, die kein Bankkonto haben, bei der BdB erscheinen, um ihre Gehaltsschecks umzutauschen! Dann lassen die Wachen am Eingang die Leute nur noch portionsweise rein!
    Die einzige Methode, sich dann trotzdem noch „einzuschwindeln“ ist, den Bearbeiter per Handy anzurufen und sich am Eingang abholen zu lassen (auch eine Art von „jeitinho“).

    Und dann die Kontoverwaltung per Internet: ratzfatz sind die meisten Sachen erledigt. Ich habe nur so meine Bedenken, was die Online-Sicherheit angeht ud achte auch immer darauf, dass sich bloß keine Seite dazwischenschwindelt, die nicht „https“, also einigermaßen sicher ist!

  2. 2
    chinaladen

    Ach schau an wie schnell so was gehen kann! Schön!

    Naja, Onlinebanking geht hier auch, aber halt nur über Deutschland. Mittlerweile über einen Proxyserver, weil meine chinesischen Freunde in einem Anfall von Wahn die meisten, der für uns wichtigen Seiten gesperrt haben. Goldig…

    Nochmal etwas, das für Brasilien spricht (ausser dem Wetter natürlich)!

    Übrigens habe ich hier endlich einen Laden aufgetan, der Bohnenkaffee verkauft – aus Brasilien 😀

  3. 3
    hendrix

    Die Banco do Brasil ist die Bank, bei der die Schlangen immer am
    laengsten sind. Auch die Rentner stehen am Zahltag Schlange, um sich ihre Rente bar auszahlen zu lassen. Habe ich mal in einer Kleinstadt in Ceara (Nordosten) gesehen. Die alten Leute standen bei stroemendem Regen in einer mindestens 50m langen Schlange vor der Bank. Unglaublich. Auch so Sachen wie CPF beantragen muss die BdB mit erledigen. Die Banco do Brasil ist also fuer sehr viele bankfremde Leistungen zustaendig, mit denen sich andere Banken (z. B. Itau, BancoReal, HSBC usw.) nicht in dem Masse herumschlagen muessen. Daher sind dort auch die Schlangen kuerzer.

  4. 4
    Nicola

    Hallo, Dietmar, als ich 1984 das erste Mal in Brasilien ein Konto eröffnete und an jeder noch so einsamen, verwilderten Ecke eine banco dia e noite vom Bradesco fand, hat sich meine Sicht vom „Dritte-Welt-Land“ schon damals sehr in Frage gestellt. Ich hatte dann noch einige erhellende Erlebnisse dieser Art im Gesundheitswesen und lasse von Europäern dahingesagte Vorurteile einfach nicht mehr gelten. Danke für Deine Geschichte, sie passt sehr in das, was ich zum großen Teil erlebt habe.

  5. 5
    nadine

    Unfassbar…. Und dich ärger mich hier immer so, dass hier immer alles so lang dauert. Die scheinen ja einen verdammt guten Service zu haben.