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So ist es üblich!

Datum: 02. Februar 2006
Uhrzeit: 13:43 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Wie dies andere Dienststellen der Bundespolizei handhaben weiss ich nicht!“ Diese Aussage schallte mir gestern bei meiner zuständigen Dienststelle der Policia Federal (PF) in Foz do Iguaçu entgegen. Die freundliche Beamtin erfüllte zwar innerhalb von wenigen Minuten mein Begehren auf Verlängerung der vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung, aber leider nur für ganze vier Monate.

Meine Frage, warum z.B. die Dienststelle in Curitiba die vorläufige Aufenthaltsgenehmigung zeitlich unbegrenzt, respektive sie bis zur Erteilung der endgültigen Genehmigung validiert, oder warum in Rio de Janeiro und São Paulo das sog. Protocolo immer um 6 Monate verlängert wird, konnte sie mir nur mit obiger Aussage und folgenden Nachsatz beantworten, der keine weitere Diskussion zuließ: „So ist es hier üblich!

Bleibt also genügend Spielraum für Spekulationen. Gibt es in diesem riesigen Land dafür keine einheiliche Regelung? Wir nach Sachlage, sprich „Nase“ entschieden? Liegt es im Ermessen des Sachbearbeiters? Oder an der Struktur der Immigranten in der entsprechenden Dienststelle?

Denn in Foz do Iguaçu gibt es eine kleine Unregelmäßigkeit. Dort an der Westgrenze Brasiliens, im Dreiländereck Brasilien – Paraguay – Argentinien begehren überproportional viele Araber eine solche Permanência. Aufgrund der Gesetzeslage können sie diese eigentlich nur mit Investion (also Einbringung von mindestens 50.000 Dollar in eine Unternehmung mit gleichzeitiger Schaffung von x Arbeitsplätzen in y Jahren begründen). Derzeit stellen angeblich Libanesen die Mehrzahl der Antragsteller. Und um dies genauer kontrollieren zu können, lässt man sie halt alle 4 Monate auf der PF vorstellig werden. So hat man alles besser im Auge. Aber dies ist halt auch nur eine Theorie. Tatsache ist jedoch, dass inzwischen knapp 30.000 Araber in der Stadt mit mit ca. 270.000 Einwohnern leben.

Nicht das man von den muslimischen Mitbürgern etwas zu befürchten hätte. Alles ordentliche Geschäftsleute, die sich eine Moschee samt Minarett, grösser als jede andere Kirche der Stadt, geleistet haben. Sie sind meist Händler und haben viele Arbeitsplätze geschaffen. Und diese Gerüchte, dass CIA und andere Geheimdienste dort aktiver sind als in jeder anderen südamerikanischen Stadt, ist auch nur unbewiesenes Geschwätz. Das dort jedoch Terrorzellen mit entsprechenden Aktivitäten, bis hin zu Al Kaida – Ausbildungscamps vermutet werden, konnte man sogar bereits 2002 , bzw. 2004 in deutschen Zeitungen nachlesen.

Aber böse ist, wer böses denkt. Und da die Regel nun sehr klar formuliert wurde, werde ich also Ende Mai wiederum die 130 Kilometer nach Foz do Iguaçu fahren um mir innerhalb weniger Minuten meinen Stempel abzuholen. Dafür bin ich zwar insgesamt acht Stunden mit dem Bus unterwegs, habe aber bewiesen, dass ich noch in der Nähe bin. So wie es hier halt üblich ist.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Remo

    Wenn einer der Ehepartner Brasilianer ist , müßte es doch eigentlich eine Aufenthaltserlaubnis auf Dauer geben. Wie sieht es denn mit einer brasilianischen Staatsbürgerschaft aus?
    Ist die schwer zu bekommen und müßtest Du dafür Deine Deutsche erst abgeben?
    In Deutschland wird ja eine doppelte Staatsbürgerschaft abgelehnt und trotzden haben meines Wissen Türken mit Deutschen Pass in der Türkei trotzdem einen türkische Pass ausstellen lassen.

  2. 2
    Jürgen

    jetzt weiß ich auch warum mich die PF in Curitiba nicht so einfach nach Toledo hat ziehen lassen …………

  3. 3
    digdigger

    @Remo:
    Nein, um Scheinehen vorzubeugen, wird ab dem 01. Januar 2006 bei „Permanência wg. Heirat“ nur eine 5-jährige ausgestellt. Brasilianische Staatsbürgerschaft ist auch erst nach 4 oder 5 Jahren zu erlangen. Viel weiss ich darüber nicht – habe mich nie damit beschäftigt. Ich sehe als einzigen Vorteil der Annahme der brasilianischen Staatsbürgerschaft die Vereitelung der (Straf)verfolgung durch deutsche Behörden (z.B. Unterhaltszahlungen). Gehört habe ich einmal, dass die brasilianischen Behörden nach Erteilung der brasilianischen Staatsbürgerschaft verlangen, die deutsche Staatsbürgerschaft abzugeben. Auch die deutschen Behörden verlangen dies. Aber anscheinend wird untereinander nicht kommuniziert. Somit ist theoretisch die doppelte Staatsbürgerschaft durch diese Lücke möglich. Denn Deutschland kann dir die Staatsbürgerschaft nicht so einfach entziehen, nur weil du noch eine besitzt. Du musst sie aufgeben. Also machst du es einfach nicht.