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Indios aus Tabatinga wollen mit Forró die Charts stürmen

Datum: 23. März 2008
Uhrzeit: 18:12 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Die Legenden der unkontaktierten Indianer im tiefen amazonischen Regenwald nähren immer wieder unsere Fantasie. Doch sind wir ehrlich: 99 Prozent der brasilianischen Ureinwohner sind längst in unserer sogenannten Zivilisation angekommen – wie immer man dies auch bewerten mag. Und es ist eine Tatsache, dass durch staatliche Gesundheitsvorsorge, durch Satellitenfernsehen und Funkgeräte ein beständiger Kontakt besteht und immer mehr Indiovölker Brasiliens ihre Bürgerrechte einfordern. Längst sind auch die Mitglieder einiger Völker im Tourismus aktiv, verkaufen Schmuck- und Handarbeitswaren, engagieren sich politisch oder sogar – wie derzeit der Fall – in der Popmusik.

Zwei Musik- und Tanzgruppen des Indiovolkes der Tukúna haben schon regionale Berühmtheit erlangt (Foto: g1.globo.com)In der Nähe des kleinen Städtchens Tabatinga im Bundesstaat Amazonas an der Grenze zu Peru und Kolumbien, dort wo vor weniger Tagen die ersten Kokainplantagen entdeckt wurden und das brasilianische Militär einen erbitterten Kampf gegen den Drogenschmuggel führt, genau dort irgendwo weit weg von jeder grösseren Metropole des Landes hat eine Gruppe vom Volk der Tukúna schon regionale Berühmtheit erlangt. Und um diese auszubauen, wurde jetzt sogar ein Videoclip produziert, der über das Internet im ganzen Land Beachtung finden soll.

Grupo Eware heisst die Band, der Chartstürmer trägt den Namen „Minha Princesa“ – „Meine Prinzessin“. Gedreht wurde direkt im Indianerdorf Umariaçu in der Nähe von Tabatinga. Unter der Leitung von Leonardo Gomes Neto, als Songschreiber unter dem Namen Netinho bekannt, hat die Band sogar eine komplette CD produziert. Von brasilianischem Forró bis zu peruanischem Cumbia geht das Repertoire. Nun warten alle darauf, dass der Silberling endlich in die Läden kommt.

Schon seit geraumer Zeit sind die Songs produziert, nur der vorliegende Clip wurde erst Anfang März an mehreren Tagen gedreht. Neben „Minha Princesa“ erfreut sich auch das Stück „Se não fosse você“, welches ebenfalls aus der Feder von Netinho stammt, besonders in den Nachbarländern grosse Beliebtheit. Mehrfach sind die brasilianischen Ureinwohner schon nach Peru und Kolumbien geflogen, um dort Konzerte zu geben. „Wir sind glücklich über den Erfolg der beiden Musikstücke“ erklärt Netinho stolz. „Es ist unsere Form für Frieden zu bitten. Vom Volk der Tukúna ist niemand traurig.“

Neben Eware gibt es im Dorf noch die Gruppe Banda Cultural Aitcha, geleitet von Nilson Alexandre Ferreira. Teilweise bis zu 70 Personen umfasst die Band, vornehmlich besteht sie dann aus Tänzern und Tänzerinnen der Dorfgemeinschaft. „Wir wollen den Menschen, die uns zuschauen und zuhören Frieden bringen. Wir haben nichts mit der Farc und der Gewalt zu tun, in die die Guerillakämpfer und Drogenschmuggler in unserer Region hier im Amazonas verwickelt sind. Wir leben in unserem Dorf und das reicht, um glücklich zu sein“ erklärt Ferreira, der auch schon Konzerte im Ausland gab und nun das Internet für sich entdeckt hat.

Nachfolgend nun der erste Videoclip der Grupo Eware – „Minha Princesa“:

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