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Brasilien Mobilfunkbetreiber sagen Billighandys den Kampf an

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Datum: 11. November 2012
Uhrzeit: 21:30 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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In Brasilien könnten bereits Anfang kommenden Jahres die Netzbetreiber die Verbindung zu Billighandys aus Fernost kappen. Dies zumindest sieht eine Übereinkunft zwischen der obersten Telekommunikationsbehörde Anatel und der Vereinigung der Mobilfunkbetreiber Sinditelebrasil vor. Demnach soll bei den vier Anbietern Telefônica/Vivo, TIM, Claro und Oi ein System installiert werden, welches die IMEI-Nummer* des Gerätes mit einer Datenbank abgleicht und dann das Telefon bei einer Nichtübereinstimmung sperrt.

Begründet wird die Massnahme mit der massiven Zunahme von geschmuggelten No-Name-Handys aus Fernost, welche laut den Providern die Netzqualität beeinträchtigen. Die billigen Geräte gelangen in der Regel über Paraguay ins größte Land Südamerikas und werden dann auf Märkten oder über das Internet verkauft. Sie kosten meist nur einen Bruchteil der in Brasilien angebotenen Markengeräte und sind den Mobilfunkbetreibern schon seit langem ein Dorn im Auge, da diese vornehmlich ihre Neuanschlüsse inklusive eines eigenen Endgerätes absetzen wollen. Aufgrund der hohen Einfuhrzölle sind jedoch die bekannten Markenhandys für viele Kunden unerschwinglich. Apple, Samsung, Nokia und Co. sind in Brasilien oftmals sogar noch 30 bis 50 Prozent teurer als in Europa oder den USA.

Knapp vier Millionen Euro wollen die vier Mobilfunkbetreiber nun investieren, um schnellstmöglich den Billighandys das Einbuchen ins eigene Netz zu verweigern. Sie hoffen nach eigenen Angaben auf eine Verbesserung ihrer Dienstleistung, die in den vergangenen Monaten unter enormen öffentlichen Druck geraten ist. Aufgrund der prekären Netzqualität in weiten Teilen des Landes hatten die Verantwortlichen von Anatel einzelnen Providern sogar vorübergehend den Verkauf von Neuanschlüssen in einigen Bundesstaaten untersagt, da die Netze regelmässig unter dem Ansturm der ständig steigenden Nutzerzahlen zusammenbrachen. Telefônica/Vivo, TIM, Claro und Oi versprachen daraufhin Investitionen in Milliardenhöhe für den Ausbau ihrer chronisch überlasteten Netze.

Ab 2013 sollen nunmehr ausschliesslich Mobiltelefone in den Netzen zugelassen werden, welche von der TK-Behörde zertifiziert oder homogolisiert sind. Dies würde in letzter Konsequenz nur die Gerätetypen betreffen, welche von den Netzbetreibern im Vorfeld bei den TK-Wächtern vorgelegt und ordnungsgemäss nach Brasilien importiert wurden sowie über ein entsprechendes Siegel auf der Packung verfügen. Ob jedoch baugleiche oder regional leicht abgewandelte Geräte, die beispielsweise im Ausland gekauft wurden, den IMEI-Test bestehen würden, ist bislang völlig unklar. Weder Anatel noch Sinditelebrasil haben bislang nähere Details zu den geplanten Prüfmechanismen veröffentlicht.

Eingesetzt werden soll der Mechanismus zunächst ausschliesslich bei Neuanschlüssen oder einem Kartentausch. Ab dann jedoch werde auch geprüft, ob die SIM-Karte eventuell nur mit einem zugelassenen Geräte aktiviert und anschliessend mit einem Billighandy verwendet werde. Sämtliche verwendeten Geräte der entsprechenden Mobilfunknummer sollen zudem ab 2013 bei den Netzbetreibern gespeichert werden. Diese Daten könnten dann auch genutzt werden, um das Gerät auf Kundenwunsch bei einem Diebstahl zu sperren.

* Die International Mobile Station Equipment Identity (IMEI) ist eine eindeutige 15-stellige Nummer, anhand derer jedes Mobiltelefon eindeutig identifiziert werden kann. Bei vielen Handys kann man die IMEI auf dem Typschild finden, zudem kann sie über die Tastenkombination *06# abgefragt werden. Sie besteht aus einem 8-stelligen Zulassungs-Code, einer 6-stelligen Seriennummer sowie einer Prüfziffer.

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