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Texte von Klaus Hart

Datum: 20. Februar 2006
Uhrzeit: 13:26 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Ich mag eigentlich die Texte von Klaus Hart. Auch wenn sie nicht immer schön sind. Eigentlich meckert er nur. Aber genau das finde ich gut. Wenn man natürlich alle Texte hintereinander liest, und hier fast kein Stück Lob an Brasilien hängenbleibt, dann kann das auch nerven. Und glaubt nicht, ich sei immer einer Meinung mit ihm. Aber seine Ansichten zeigen manchmal auch neue Denkweisen auf. Sicherlich kann man überall gegenargumentieren und eingefleischte Brasilienfans und Brasilientouristen halten ihn für einen alles schlecht machenden Pessimisten. Und vielleicht hat er auch nicht immer recht. Aber wer hat das schon? Aber er ist jemand, der sich schliesslich Gedanken macht. Und dies gilt es ebenfalls zu würdigen. Auf zwei Webseiten findet man seine Texte. Bei ila-bonn und im ostblog. Beide Links findet man hier auch in der Sidebar.

Heute ist mir sein Artikel „Fussball-WM und Brasilienklischees (1)“ ins Auge gefallen. Und nach dem Lesen muss ich in Bezug auf die Musik sagen: Voll ins Schwarze! Es wird vielleicht das Brasilienbild des ein oder anderen Lesers verändern. Und das ist auch gut so. Hier eine Leseprobe:

–Samba oder Sertaneja?–

Vor der WM werden Brasilien und sein Fußball wieder einmal gnadenlos mit Samba zusammengerührt. Samba-Fußball, Samba-Kicker, Samba-Giganten. Und Lothar Matthäus, der gerade im südbrasilianischen, nicht gerade Samba-geprägten Curitiba als Trainer anfing, wird gar zum Samba-Lothar. Man weiß es doch, wird einem eingebleut – in Brasilien ist feuriger Samba am beliebtesten – und im Karneval tanzt zu mitreißenden Sambarhythmen nicht nur ganz Rio Tag und Nacht. Alles falsch, alles frei erfunden, clevere Mediensteuerung machts möglich. Ein Blick in die brasilianischen Hitparaden, auf die Listen der meistgespielten Titel, der meistverkauften CDs genügt. Und auch die Musikexperten, die Leute auf der Straße bestätigen es: Samba war in Brasilien noch nie tonangebend, ist bis heute in vielen Landesteilen überhaupt nicht populär. Benedita Souza aus dem Samba-armen Nordosten lebt heute in der brasilianischen Kultur-und Wirtschaftsmetropole Sao Paulo, auch nicht gerade ein Samba-Pflaster:“Nein, daß alle Brasilianer Samba mögen, gar Samba im Blut haben, stimmt überhaupt nicht. Nur eine Minderheit kann Samba tanzen, ja, nur eine Minderheit. Denn Samba muß man erst mal lernen. Nur ein bißchen mit den Hüften wackeln, das kann ja jeder. Brasiliens populärste Musik ist nicht Samba, sondern Sertaneja, tiefromantisch.“

[Vollständigen Artikel lesen]

Bei mir in der Region wird auch eher deutsche Volksmusik als Samba gehört. Aber als allererstes natürlich Sertaneja. Wenn ich die Anlage aufdrehe, dann hören die Nachbarn mit. Wenn ich Samba auflege, wird gegenbeschallt. Kein Scherz. Einfach wahr.

Als Nachtrag (die ersten beiden Kommentare von ‚hendrix‚ sind da mitberücksichtigt): Ich stosse immer wieder auf gegenteilige Meinungen in Bezug auf die Artikel von Klaus Hart. Und zwar fast zu jedem seiner Artikel – und immer von unterschiedlichen Personenkreisen. Und dann kommt die Frage auf: Wer hat Recht? Baut er für uneingeweihte Personenkreis ein falsches Bild Brasiliens auf? Zeigt er angeblichen „Brasilienkennern“ andere Dinge auf? Saugt er sich alles aus den Fingern und aus seiner falschen Vorstellung über Brasilien? Oder polemisiert er mit Absicht in diesem Maße? Wenn ja, warum? „Verkauft“ es sich dann besser? Ich denke mir immer, er nimmt einen sich tatsächlich ereigneten Vorfall, der womöglich ein absoluter Einzelfall war und setzt ihn in seinen Berichten so um, dass es pauschalisierend wirken muss. Da rate ich, auch nach den Hinweisen von ‚hendrix‚, ein wenig zur Vorsicht. man sollte sich wie immer im Leben, auch noch nach anderen Quellen umsehen. Die gibt es im Internet ja reichlich. Aber meiner Meinung nach sind sie grundsätzlich schon lesenswert, wenn auch diskussionswürdig. Und sie Teil einer recht dürftigen Berichterstattung über Brasilien und gehören daher schon erwähnt.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    hendrix

    Hallo Dietmar,
    ich will ja nicht dauernd meckern, aber einige Sachen in dem Artikel von Klaus Hart sind schlicht falsch. Wie z. B. der Satz – „In Karnevalshochburgen des Nordostens begeben sich nach dreiundzwanzig Uhr vielerorts die meisten Narren schleunigst nach Hause, weil dann Schüsse zu hören sind, Überfälle drohen.“ Haette er nur ein einziges Mal einen Carnaval in Salvador oder Recife mitgemacht, koennte er das nicht ernsthaft schreiben. Es ist einfach nicht so. Ich war nur einmal selbst dabei – 96 in Salvador – habe aber die Feste des Carnaval in Salvador und Recife der letzten Jahre im Internet verfolgt. Der traditionelle Bloco „Galo de Meia Noite“ in Recife hat wohl im letzten Jahr so um die eine Million Leute zusammgenbracht – ab Mitternacht. 1996 in Salvador sind mitnichten die meisten Leute nach 23 Uhr schleunigst nach Hause gegangen – da kamen die meisten erst zum Carnaval. Man kann ja ruhig ueber Brasilien polemisieren, aber man sollte sich doch an die Fakten halten. Auch habe ich zwischen 1995 und 2000 an Dutzenden von Wochenenden in Salvador die Straende bevoelkert mit Baianos und Baianas gesehen – die wenigsten aus der Mittelklasse. (Habe zusammen mit ihnen etliche Bierflaschen gelehrt – ich weiss also was ich sage) Diese Straende in der Naehe der Kirche Senhor do Bonfim liegen sehr wohl in der Naehe der Favelas. Manchmal ist es besser, sich mehr an der Realitaet statt an Umfragen zu orientieren. Ausserdem wohnt auch nicht ganz Brasilien in Favelas. Man kann hier schon an etlichen Orten einigermasssen ruhig leben – oder wirst Du vielleicht taeglich ueberfallen?

    Klar gibt es ein weit von der Realitaet entferntes Brasilienklischee in Deutschland. Gleiches gilt aber auch umgekehrt und es gibt ueberall schraege Klischees ueber das Ausland (z.b. der Englaender ueber die Deutschen usw.) Man muss Brasilien nicht moegen oder kann es ablehnen, aber es schadet nicht, sich auch beim Polemisieren an die Fakten zu halten

    Mann, war das ein langer Kommentar – bitte um Verzeihung

    Gruesse aus Floripa

  2. 2
    hendrix

    Hallo Dietmar,
    weiss gar nicht, warum ich diesen ganzen Kommentar in Deinem Blog geschrieben habe.
    Haette ich in Klaus Harts Blog schreiben sollen. Bin ich aber jetzt zu faul zu. Sein Brasilienbild ist aber ebensoweit von der Realitaet entfernt wie das Brasilienklischee der Deutschen….

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