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Anjos do sol – Engel der Sonne

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Datum: 13. August 2006
Uhrzeit: 09:17 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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anjos do solMaria ist 12 Jahre alt und lebt im Landesinneren im armen Nordosten Brasiliens. Für ein paar Reais verkauft ihr Vater sie an einen Vermittler, der verspricht, dem Mädchen eine Arbeit zu besorgen. Doch schon kurz darauf findet sie mit anderen Mädchen auf einer „Jungfrauenversteigerung“ wieder und wird wie Vieh reichen Fazendeiros zum Verkauf feilgeboten.

Maria landet schliesslich in einem heruntergekommenen Bordell im Amazonas, wo sie systematisch sexuell ausgebeutet und missbraucht wird. Schliesslich gelingt ihr die Flucht und sie schlägt sich letztendlich nach Rio de Janeiro durch. Doch auch dort kann nur eines ihr Überleben sichern: die Prostitution.

Der neue Film „Anjos do sol“ („Engel der Sonne“) des brasilianischen Regisseurs Rudi Lagemann ist rein fiktiv, erzählt jedoch eine Geschichte mit einem leider wahren Hintergrund. Noch immer gibt es Eltern, die aus Verzweiflung ihre Kinder an skrupellose Menschenhändler verscherbeln, in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sich selbst und ihre Kinder. Doch allzuoft endet der Weg des Nachwuchses im Sumpf von Drogen und Prositution.

Mit einer breiten Unterstützung des brasilianischen Kinder- und Jugendschutzbundes, der Regierung, Menschenrechtsorganisationen und dem Programm gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen hat Lagemann ein feinfühliges Drama geschaffen, welches nun am 18. August in die brasilianischen Kinos kommt.

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern wird in Brasilien bislang wenig thematisiert. Alle Beteiligten erhoffen sich durch den Film eine erhöhte Sensibilisierung des Bevölkerung im Kampf gegen die skrupellosen Geschäftemacher. In 932 Städten und Gemeinden sind im vergangenen Jahr Fälle von sexueller Ausbeutung zur Anzeige gebracht worden. Hauptsächlich bei den Überprüfungen von Reisenden an den knapp 1.200 Kontrollpunkten der Verkehrspolizei werden die abscheulichen Verbrechen bekannt. Nämlich dann, wenn Kinder mit „fremden Eltern“ und oft ohne Papiere oder Reisegenehmigungen durchs Land gefahren werden.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Oli

    Ob sich durch einen Film diese Dinge ändern werden daran kann manspätestens seit dem Film „Cidade de Deus“ nicht mehr glauben. Oder gibt es etwa weniger Favelas ? Aber vielleicht kommt ja zumindest ein Großteil der Filmeinahmen Kinderhilfsprojekten zugute.
    LG
    Oli