Brasilien will Internetanschlüsse bis WM 2014 verdreifachen

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Datum: 05. Mai 2010
Uhrzeit: 17:50 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien
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Autor: Dietmar Lang
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Brasilien will die Internetanschlüsse im eigenen Land bis zum Jahr 2014 mehr als verdreifachen. Zudem soll die Zahl der Anschlüsse mit einer Verbindungsrate mit 512 oder mehr Kilobits je Sekunde (kbps) vervierfacht werden. Diese ehrgeizigen Pläne stellte am heutigen Mittwoch (5.) eine Kommission unter Vorsitz der derzeitigen Ministerin im Präsidialamt, Erenice Guerra, im Rahmen der Vorstellung des „nationalen Planes für Breitband-Internet“ in Brasília vor.

Demnach soll die Zahl von Internetanschlüssen in Brasilien bis zur Fussball-Weltmeisterschaft im eigenen Land von derzeit 12 Millionen auf 40 Millionen Haushalte erhöht werden. Geplant ist dabei auch eine staatliche Förderung, durch die der Anschluss für einkommensschwache Familien bereits für 15 Reais (derzeit ca. 6.50 Euro) erhältlich sein soll. Sollten die Zuschüsse jedoch nicht genehmigt werden, erhofft sich die Kommission durch andere Steuervergünstigungen einen Rückgang der Monatspauschalen auf höchstens 29 bis 35 Reais (ca. 12 bis 14.50 Euro).

Nach jüngsten Daten ist der Internetanschluss in Brasilien derzeit meist verhältnismässig teuer und langsam. In der Regel geht die Verbindungsrate nur selten über 256 kbps heraus, die Preise liegen dabei zwischen 49 und 96 Reais (ca. 20 bis 39 Euro).

Das brasilianische Planungsministerium, verantwortlich für die Ausweitung der Breitbandverbindungen im ganzen Land, geht durch den ehrgeizigen Plan von Kosten (Aufwendungen und Steuervergünstigungen) in Höhe von 785 Millionen Reais (ca. 325 Mio. Euro) aus. Mit diesem Geld sollen kleinere und mittlere Internet-Provider gefördert, Arbeitsplätze bezuschusst und nötige Hardware wie Modems finanziert werden.

Auch die brasilianische Entwicklungsbank BDNES wird den Ausbau des Breitbandnetzes in Brasilien mit Milliardenkrediten vorantreiben. Laut dem zuständigen Leiter des Regierungsprogramms für „digitale Vernetzung“ ist für die Kreditlinie derzeit keine Obergrenze vorgesehen. In einem ersten Schritt sollen zunächst umgerechnet über 2 Milliarden Euro für die Anschaffung von Hardware für die landesweit notwendigen Infrastrukturmassnahmen (Verteilerknoten, Glasfasernetze) bereitgestellt werden. Mit weiteren 400 Millionen Euro ist die Unterstützung von regionalen und lokalen Providern bis hin zu Internet-Cafés angedacht.

Foto: Roosewelt Pinheiro/ABr

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