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Kleinstadt im Hinterland von São Paulo leidet unter Dengue-Fieber

Datum: 10. April 2008
Uhrzeit: 19:54 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Die Kleinstadt Araraquara im Bundesstaat São Paulo leidet unter einer Epidemie des Dengue-Fiebers. Dies gab die Stadtverwaltung zusammen mit den Gesundheitsbehörden des Bundesstaats am heutigen Donnerstag bekannt. Alleine gestern wurden dort 39 neue Fälle bekannt, insgesamt wurden seit Jahresanfang 622 Erkrankungen registriert. Araraquara liegt rund 273 Kilometer westlich von der Millionenmetropole im Landesinneren und hat etwa 200.000 Einwohnern.

Bei 622 Erkrankungen kommen damit rund 300 Fälle auf 100.000 Einwohner. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einer Epidemie ab 100 Fälle je 100.000 Einwohner. Neben den 622 definitiven Viruserkrankungen warten die Behörden bei 183 Personen noch auf den entgültigen Befund. Hauptsächlich sind Personen zwischen 21 und 50 Jahren betroffen (364 Fälle), danach Menschen über 51 Jahre (148), Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahre (86), Kinder zwischen 5 und 10 Jahren (17). Am geringsten sind Babys und Kleinkinder zwischen 0 und 4 Jahre mit 7 Fällen betroffen. 606 Personen haben sich nachweislich innerhalb der Stadt infiziert.

Für den Bundesstaat São Paulo ist dies die erste Epidemie in diesem Jahr. Ingesamt wurden bis zum 28. März im Bundesstaat 1.297 Fälle registriert, eine Person starb an der durch Moskitos übertragenen Virusinfektion in Praia Grande rund 83 Kilometer vor der Metropole entfernt.

Die Stadtverwaltung von Araraquara will nun gezielt mit den Gesundheitsbehörden mögliche Gefahrenquellen ausfindig machen und die Moskitolarven vernichten. Zudem sollen die Bewohner noch stärker auf Präventivmassnahmen geschult werden. Und nicht zuletzt verlost die Stadtverwaltung Fernseher unter allen Hausbesitzern, die nach einer genauen Inspektion nachweislich moskitofrei sind und dem Insekt auch keine Brutstätten ermöglichen.

Das brasilien Magazin hat einige Zuschriften zum Thema Dengue-Fieber erhalten, in denen Leser anfragen, ob von einer Reise nach Brasilien derzeit abzuraten ist. Nachfolgend unsere Einschätzung dazu:

Prinzipiell ist die Gefahr derzeit nicht höher als zu anderen Jahreszeiten oder in anderen Jahren. Trotz den erhöhten Fallzahlen ist das Risiko einer Infektion mit Dengue-Fieber in eigentlich allen Teilen Brasiliens als extrem gering anzusehen. Bei kontinuierlichem Einsatz von Repellents ist eine Erkrankung fast auszuschliessen. Obwohl in einzelnen Städten Epidemien gemeldet werden, ist in diesem Jahr bislang weniger als 0.05 Prozent der brasilianischen Bevölkerung daran erkrankt und nur 0.00005 Prozent sind daran aufgrund von verschiedenen Faktoren und Komplikationen gestorben. Hinzu kommt, dass nun in weiten Teilen Brasiliens die Moskitos durch den einsetzenden Herbst und den damit verbundenen niedrigeren Temperaturen von selbst verschwinden.

Eine geplante Reise nach Brasilien, besonders wenn sie erst in einigen Wochen oder Monaten beginnt, kann man daher durchaus antreten. Eine Impfung gegen Gelbfieber wird jedoch unbedingt für alle Teile Brasiliens empfohlen, auch wenn die Ansteckungsgefahr genauso gering anzusehen ist wie bei Dengue. Allerdings verläuft die Krankheit in vielen tödlich, und wenn schon ein Impfstoff vorhanden ist, sollte man diesen auch einsetzen. Eine Impfung gegen Gelbfieber wirkt nach 10 Tagen und hält 10 Jahre an. Weitere Hinweise zu Tropenkrankheiten und Schutzmassnahmen erhält man bei den Gesundheitsbehörden und Tropenmedizinern im Heimatland, die man prinzipiell vor jeder Reise egal wohin konsultieren sollte.

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