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Erneut Rekordkahlschläge im Amazonas-Regenwald

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Die Abholzungen in Brasiliens Regenwald steigen rasant - die Umweltbehörde Ibama kommt meist zu spät (Foto: Ibama)
Datum: 20. Mai 2020
Uhrzeit: 08:05 Uhr
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Das Institut Imazon schlägt Alarm: Die Kahlschläge im Amazonas-Regenwald sind im April um 171 Prozent angestiegen. Wie es aussieht, nutzen Goldschürfer, Holzmafia, Landspekulanten und einige Großgrundbesitzer die Coronaviruskrise, um ihre illegalen Geschäfte im größten Regenwald der Erde auszubauen.

Das Institut Imazon arbeitet mit dem Alarmsystem SAD, über das Satellitenbilder ausgewertet werden. Es zeigt, dass im April 529 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald zerstört wurden. Im gleichen Monat des vergangenen Jahres waren es 195 Quadratkilometer. Insgesamt sind über das Warnsystem Imazons zwischen Januar und April bereits 1.073 Quadratkilometer Kahlaschlagsflächen registriert worden.

Der Trend zu einer weiteren Zunahme der Regenwaldzerstörung wird von den vorläufigen Daten des Raumforschungsinstitutes Inpe bestätigt. Nach diesen wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 1.200 Quadratkilometer Wald abgeholzt, 55 Prozent mehr als 2019, in dem bereits Negativ-Rekorde bei den Kahlschlägen verzeichnet wurden.

Von den illegalen Kahlschlägen sind auch Indio-Territorien betroffen. Anfang April zeigte eine Reportage die Invasion von Goldschürfern in drei Indio-Gebieten und eine Operation der Umweltbehörde Ibama, die dagegen vorgegangen ist. Kurz später hat Umweltminister Ricardo Salles den zuständigen Direktor und zwei Leiter der Ibama entlassen.

Jetzt heißt es, dass die Umweltbehörden seit Jahren unterbesetzt seien. Zur Verstärkung der Kontrollen soll deshalb das Militär eingesetzt werden. Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro hat dazu eine entsprechende Anordnung unterzeichnet. Nach der sollen 3.800 Soldaten in den Indio-Territorien, den Schutzgebieten und in öffentlichen Wäldern gegen Kahlschläge und Invasionen vorgehen. „Wir wollen nicht, dass Brasilien im Rest der Welt als Bösewicht der Umwelt gesehen wird“, sagte Brasiliens Vizepräsident und Reservegeneral Hamilton Mourão zur Begründung.

Im vergangenen Jahr hatten Großbrände im Amazonas-Regenwald und ein Kahlschlagshoch für weltweite Kritik gesorgt. Umweltorganisationen gehen angesichts der bisherigen Daten allerdings davon aus, dass die Rodungen dieses Jahr noch höher liegen werden.

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