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Brasiliens Präsident schweigt zu über 10.000 Covid-Toten

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In zahlreichen Krankenhäusern Brasiliens spielen sich dramatische Szenen ab (Foto: Alex Pazuello/Semcom)
Datum: 11. Mai 2020
Uhrzeit: 11:16 Uhr
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In etlichen Krankenhäusern Brasilien spielen sich dramatische Szenen ab. In Metropolen wie Manaus, Fortaleza, Recife und Rio de Janeiro wird am Rande der Kapazität gearbeitet. In Manaus und Rio de Janeiro müssen Patienten mit schweren Covid-Symptomen teilweise tagelang auf ein Bett im Krankenhaus warten.

Nach offiziellen Daten vom Samstag (9.) wurden in Brasilien bisher 155.939 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. 10.627 Menschen sind an den Folgen der Krankheit gestorben. Dass die tatsächlichen Zahlen weit höher liegen, wird mittlerweile auch vom Gesundheitsministerium eingeräumt.

Nach einer Studie der Universität São Paulo (USP) sollen sich in dem südamerikanischen Land bereits 1,5 bis zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Der große Unterschied zwischen den Daten wird mit dem Fehlen an Tests begründet. Derzeit sind die Tests vor allem auf Krankenhauspatienten mit schwereren Covid-Symptomen beschränkt.

Angesichts der horrenden Zahlen fordern Experten längst strengere Quarantänemaßnahmen. Von einem Lockdown sind bisher allerdings nur 6,8 der 210 Millionen Brasilianer betroffen. Verhängt wurde er in São Luís und angrenzenden Städten, in Belém, Fortaleza und Niterói.

Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro will davon nichts wissen. Er propagiert Lockerungen, um die Wirtschaft am Leben zu erhalten. Entgegen jeglicher Empfehlungen unternimmt er Ausflüge und sorgt für Menschenansammlungen. Für Samstag (9.) hatte er zudem ein Currasco (Grillfest) angekündigt. Wegen starker Kritik hat er dann aber doch von diesem abgesehen und sich stattdessen mit einem Jetski-Ausflug vergnügt.

Zu den über 10.000 Covid-Toten, die bis zum Samstag (9.) registriert worden sind, hat sich Bolsonaro nicht geäußert. Sein Schweigen ist vom Kongress und vom Obersten Gerichtshof STF mit der Verhängung einer dreitägigen Staatstrauer beantwortet worden, in Gedenken an die Todesopfer.

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