<script>

Kahlschläge im Amazonas-Regenwald um 30 Prozent gestiegen

abholzung-amazonas

Trotz internationaler Bemühungen setzt sich die Abholzung im Amazonasgebiet unvermindert fort (Foto: Mayke Toscano/Secom-MT)
Datum: 19. November 2019
Uhrzeit: 19:06 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare

Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes ist zwischen August 2018 und Juli 2019 sprunghaft angestiegen. Nach einer Veröffentlichung des Raumforschungsinstitutes Inpe sind in den zwölf Monaten 9.762 Quadratkilometer Wald abgeholzt worden. Das entspricht einer Zunahme von 29,5 Prozent.

Schon im Vorfeld haben Experten und Umweltschützer eine Steigerung der Kahlschläge befürchtet. Sie haben sich dabei auf das Warnsystem Deter des Raumforschungsinstitutes Inpe berufen, das in Echtzeit Satellitenbilder auswertet und die Umweltbehörden über aktuelle Kahlschläge informiert. Von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro waren die Deter-Daten allerdings noch im Juni angezweifelt worden. Er beschuldigte den damaligen Inpe-Direktor, Brasilien mit den Daten weltweit in ein schlechtes Bild zu rücken und im Auftrag von Nichtregierungsorganisationen zu handeln. Kurz später hat er den Direktor des Inpe entlassen.

Die am Montag (18.) vom Inpe unter Beisein des Umweltministers Ricardo Salles vorgelegten Daten beruhen auf dem genaueren Prodes System. Sie übertreffen allerdings die Befürchtungen und auch die Deter-Zahlen. Die Kahlschlagsrate zwischen August 2018 und Juli 2019 stellen ein trauriges Rekordhoch des vergangenen Jahrzehntes dar.

Umweltlminister Ricardo Salles macht die „illegale Wirtschaft“ für die Rodungen verantwortlich und einmal mehr ebenso die vergangenen Regierungen. Hat er bisher die Kahlschläge im Amazonas-Regenwald stets heruntergespielt, will er nun ein Treffen einberaumen, um Gegenmaßnahmen zu besprechen. Er spricht zudem von einer Förderung einer „nachhaltigen Wirtschaft“, mit der er die illegalen Machenschaften und Kahlschläge bekämpfen will.

Von der Regierung Bolsonaros gehen indes andere Signale aus. Er hat unlängst mit einem Dekret die Amazonas-Region für den Anbau von Zuckerrohr zur Ethanolproduktion freigegeben. Darüber hinaus will er ein Dekret erlassen, mit dem der illegale Bergbau reglementiert und in Indio-Territorien zugelassen werden soll.

P.S.: Werden Sie jetzt Fan vom brasilien Magazin auf Facebook! Oder folgen Sie uns einfach auf Twitter!

© 2005 - 2019 brasilien Magazin. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Für diese News wurde noch kein Kommentar abgegeben!

Achtung: Ich erkläre mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden. Weitere Informationen zu Akismet und Widerrufsmöglichkeiten