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Krebsinstitut verurteilt Einsatz von Chemikalien auf dem Acker

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Brasiliens Landwirte gehen mittlerweile keineswegs sparsam mit Pestiziden um (Foto: Handout/Midianews)
Datum: 25. April 2015
Uhrzeit: 14:37 Uhr
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Das brasilianische Krebsinstitut José Alencar Gomes da Silva (Inca) hat zu einer Reduzierung der landwirtschaftlichen Chemikalien und zu einer verstärkten Förderung des Bio-Anbaus aufgerufen, um die steigende Zahl von Krebserkrankungen einzudämmen. Hintergrund ist auch die Tatsache, dass Brasilien das Land ist, in dem weltweit am meisten Chemie auf dem Acker landet. Der durchschnittliche Konsum liegt dabei bei 5,2 Kilogramm pro Einwohner. Gleichzeitig verweist das Institut auf die gesundheitsschädlichen Wirkungen der Herbizide und Pestizide, die mit Studien belegt worden sind.

Mit dem Landwirtschaftsmodell, das sich auf den intensiven Einsatz von Agro-Chemikalien beruht, kommt es nicht nur zur Umweltverschmutzung, sondern ebenso zu Vergiftungsfällen bei Landarbeitern und Beeinträchtigung der Gesundheit der Bevölkerung, wie das Krebsinstitut hervorhebt. Langfristig können nach Angaben des Inca die Pflanzenschutzmittel zur Unfruchtbarkeit, Impotenz und Fehlgeburten führen sowie ebenso zu einem hormonellen Ungleichgewicht, Probleme mit dem Immunsystem und Krebs. Gedrängt wird deshalb auf eine Verringerung der verwendeten Mengen.

In den vergangenen Jahren ist der Einsatz der Chemikalien indes gestiegen. Wurden 2001 in Brasilien etwa zwei Milliarden Dollar für Pflanzenschutzmittel ausgegeben, waren es 2011 bereits 8,5 Milliarden und 2013 11,4 Milliarden Dollar. Der Anbau von genmanipuliertem Saatgut wird dabei als Hauptfaktor dafür gesehen, dass das südamerikanische Land in Sachen Agro-Chemiekalien zum weltweiten Spitzenreiter aufgestiegen ist.

Herbizide und Pestizide beschränken sich dabei nicht nur auf rohes Gemüse und Früchte. Nachgewiesen werden Spuren von ihnen ebenso im Mehl und industrialisierter Nahrung, wie es in dem Bericht der Inca heißt. Aufgerufen wird deshalb zum Verzehr von unbelasteten Nahrungsmitteln. Allerdings befindet sich das Land dabei in der Zwickmühle. Während der Bio-Anbau jährlich einen Zuwachs zwischen 20 bis 40 Prozent verzeichnet, gibt es bisher lediglich 290 grüne Märkte mit Öko-Produkten. In der großen Mehrheit der über 5.000 Munizipien Brasiliens ist das Bio-Gemüse damit nahezu nicht vorhanden. Von den über zehn Millionen Landwirten haben sich lediglich 10.194 dem Öko-Landbau verschrieben.

Immerhin hat die Regierung jedoch 2014 einen nationalen Plan zur Förderung der ökologischen Produktion aufgelegt. Erarbeitet wird derzeit von der nationalen Kommission der Agro-Ökologie und organischen Produktion (Cnapo) ebenso ein Programm zur Verringerung des Einsatzes von Agro-Chemikalien.

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