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Belo Monte: Staatspräsident Lula kritisiert ausländische Umweltaktivisten

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Datum: 22. Juni 2010
Uhrzeit: 23:11 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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Der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hat erneut die Errichtung des geplanten Wasserkraftwerks am Rio Xingu in Amazonien verteidigt und zugleich scharfe Kritik an ausländischen Umweltschützern geübt. Im Rahmen einer Zeremonie zur Grundsteinlegung eines Stahlwerks in Marabá im Bundesstaat Pará verurteilte er die Beteiligung von Ausländern an den Protesten sowie Einmischung in Entscheidungen bezüglich des Regenwaldes im Amazonas.

„Es reicht endgültig, dass ein Gringo daherkommt und Brasilien Ratschläge erteilt. Wir müssen der Welt zeigen, dass niemand mehr als wir selbst unseren Wald schützen will. Weil er uns gehört. Und kein Gringo sollte seine Nase in Dinge stecken, die ihn nichts angehen, weil wir selbst wissen, wie wir unseren Wald und unsere Entwicklung zu schützen haben“ erklärte das Staatsoberhaupt kämpferisch.

Im April war der Avatar-Regisseur James Cameron nach Brasilien gereist und hatte sich an den Protesten gegen Belo Monte beteiligt. Der in Kanada geborene Filmemacher mit Wohnsitz in den USA hatte erklärt, das Wasserkraftwerk sei „nicht nur ein Problem von Brasilien“. Er kündigte an, den US-Kongress im Kampf gegen das Projekt um Hilfe zu bitten. „Das ist nicht nur eine Frage von Brasilien, sondern der ganzen Welt. Ich werde nach Washington gehen und mit Senatoren reden.“

Staatspräsident Lula erklärte im Rahmen seiner Rede in Marabá, dass die gewaltige Summer von 4 Milliarden Reais (ca. 1,8 Mrd. Euro) in Umweltschutzmassnahmen in der Region um der Rio Xingu investiert sowie für Ausgleichszahlung an Anwohner verwendet werden. Wenige Stunden zuvor hatte er bereits an einem Festakt für das Megakraftwerk in Altamira (Pará) teilgenommen, wo er ebenfalls die Umweltauflagen ansprach. Auch sicherte er zu, dass durch die Investitionen dringend benötigte Arbeitsplätze in der Region entstehen würden. „Lasst uns sauber Energie nutzen und die Umwelt schützen. Das ist mein Versprechen“ erklärte der Präsident, der zum Jahresende aus dem Amt scheidet.

Bei Umweltschützern und Menschenrechtsorganisationen ist das Projekt an einem Nebenfluss des Amazonas extrem umstritten. Durch die künstlich geschaffenen Stausseen verlieren rund 30 indigene Gruppen ihren Lebensraum, zudem wird ein Drittel des Munizips von Altamira überflutet.

Foto: Ricardo Stuckert/PR

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