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Erschreckende Umweltstudie deckt massive Abholzung im Pantanal auf

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Datum: 04. Juni 2010
Uhrzeit: 21:39 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Das Pantanal, Weltnaturerbe und einzigartiges Ökosystem im Westen Brasiliens, schrumpft. Eine Umweltstudie bestätigt die lange gehegte Vermutung nun mit drastischen Zahlen. Demnach sind der Gras-, Sumpf- und Waldlandschaft zwischen 2002 und 2008 rund 12.400 Quadratkilometer Vegetation verloren gegangen. Die grössten Verluste sind auf den Hochebenen und weniger in den Überschwemmungsgebieten zu verzeichnen, so die Wissenschaftler. Laut der in dieser Woche vorgestellten Studie sind 86,6 Prozent des Bestandes in den Niederungen noch erhalten, im Hochland sind es dagegen nur 41,8 Prozent.

Hauptverantwortlich für die Zerstörung des Baumbestandes im Pantanal ist gemäss den Experten die Viehwirtschaft. Rund 11 Prozent der Fläche im Schwemmland wurde inzwischen zu Weiden umgewandelt, in den höher gelegen Gebieten sind es 43,5 Prozent. Die fast ausschliesslich von Kleinbauern betriebene Landwirtschaft dagegen belegt in den Niederungen lediglich 0,3 Prozent der Fläche, auf der Hochebene sind es knapp 10 Prozent.

Angefertigt wurde die Umweltstudie von den Nichtregierungsorganisationen World Wide Fund For Nature (WWF), Conversation International, SOS Pantanal, SOS Mata Atlântica und der brasilianischen Gesellschaft für Studien in der Land- und Viehwirtschaft Embrapa. Neben der Auswertung von Satellitenaufnahmen begaben sich die Experten auch direkt vor Ort und katalogisierten die Zerstörungen.

Die Unterschiede der Abholzung zwischen Hoch- und Tiefebene reflektiert zudem sehr deutlich die unterschiedliche Nutzung des Bioms, in welchem alleine 665 Vogelarten, 123 Arten an Säugetieren, 269 Fischarten und über 2.000 Pflanzenarten heimisch sind. Demnach sind die höheren Lagen des Pantanal bereits massiv durch Land- und Viehwirtschaft besetzt, in den Niederungen verhindern die jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen eine extensivere Ausbreitung der Weideflächen.

Trotz der steigenden Umweltzerstörung steht das Gebiet von der Grösse der alten Bundesrepublik weitaus besser da als andere Ökosysteme in Brasilien. Alleine in Amazonien fallen jährlich rund 7.000 Kilometer nativer Regenwald der Motorsäge zum Opfer und auch der Cerrado, eine Savannenlandschaft im Mittelwesten des Landes hat bereits die Hälfte seiner ursprünglichen Vegetation für immer verloren.

Mehr Informationen über das faszinierende Ökosystem Pantanal mit seiner unglaublichen Vielfalt an Fauna und Flora finden sie auf dem PantanalPortal.

Foto: Sílvio Vince Esgalha/BrasilNetwork

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