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Zuviel Touristen: Kleinstadt will Besucherzahlen im Carnaval 2010 reduzieren

Eine Kleinstadt im Bundesstaat São Paulo hat etwas erreicht, wovon viele andere Städte und Gemeinden in Brasilien weiterhin träumen: jede Menge Touristen zu Karneval. Doch den Verantwortlichen der Stadt São Luís do Paraitinga im Südosten Brasilien waren es in diesem Jahr sichtlich zu viel. 180.000 Besucher kamen an den vier Tagen der Umzüge in die rund 182 km von der Millionenmetropole São Paulo entfernte Gemeinde, 20 Prozent mehr als im Vorjahr und 30.000 mehr als erwartet.
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Veröffentlicht: 21. März 2009 um 19:09h | Aktualisiert: 13. Februar 2010 um 12:56h
Abgelegt unter: Carnaval | Aufrufe: 24470 » Heute: 83

carnaval-1-saoluisNun plant die Stadtverwaltung eine Reduzierung der Besucherzahlen für den Carnaval 2010. Zusammen mit der staatlichen Universität von São Paulo soll kurzfristig eine Umfrage durchgeführt werden, um die Festivitäten im kommenden Jahr besser planen zu können. Unter anderem sollen jedoch deutlich höhere Eintrittspreise potentielle Gäste gleich im Vorfeld “abschrecken”. Denn mit den vielen Besuchern mehrten sich auch die Probleme. Wasser wurde knapp, das Stromnetz geriet an seine Belastungsgrenze und die Touristen selbst standen sich gegenseitig sprichwörtlich auf den Füssen. Laut der Tourismusabteilung des nur rund 10.000 Einwohner zählenden Städtchens waren in diesem Jahr bis zu 50.000 Besucher bei den “Umzügen der Giganten” auf der Strasse, ein absoluter Rekord.

São Luís do Paraitinga liegt im Osten des Bundesstaates São Paulo in der Nähe der Atlantikküste. Es ist offizieller Tourismusort des Bundesstaates und wird dadurch stärker als andere Destinationen beworben. Gegründet wurde die Gemeinde im Jahr 1769, Teile der Altstadt sind noch heute erhalten. 1857 bekam São Luís do Paraitinga die Stadtrechte verliehen. Paraitinga stammt aus der Indianersprache der tupi-guarani und bedeutet “klares Wasser”. Der kleine Ort ist neben seinem jährlichen Karneval berühmt für ausgedehnte Wanderwege in der mit nativem atlantischen Regenwald bedeckten Region und den dortigen fast unberührten Flüssen und Bächen.

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Foto: Divulgação / Homepage der Stadt

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2 Kommentare + 0 Trackbacks / Pingbacks

Kommentare

  • 1

    stroblowski
    am 25. März 2009 um 17:15 Uhr

    Interessant, wenn die Strategie nicht mal nach hinten losgeht. Wenn die Touristen und die Reiseveranstalter sich mal umorientiert haben, wird es schwer sie wieder zurückzugewinnen.

  • 2

    Hans H
    am 12. Juni 2009 um 06:10 Uhr

    Spagat zwischen Kulturpflege und Tourismus

    Wenn einem des Wasser und der Strom knapp wird und die Stadt förmlich aus den Nähten platzt dann muss eine Begrenzung der Besucherzahlen her. Dies aber mit hohen Eintrittspreisen erreichen zu wollen, trifft meisst die falschen. Carneval ist für alle da und so wird sich die Stadt São Luís do Paraitinga bald von wütenden Menschenmassen eines Besseren belehren lassen wie mit ihrer Feierlaune um gegangen wird.

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