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14-jähriges Mädchen bei Sambaparade erschossen

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Datum: 17. Februar 2009
Uhrzeit: 14:53 Uhr
Ressorts: Carnaval
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Julyana wurde durch eine verirrte Kugel getötet (Foto: TV Rede Globo)

Zu einem dramatischen Zwischenfall kam es am Sonntag in Brasilien bei der letzten Probe der Sambaschule Imperatriz Leopoldinense für die diesjährigen Karnevalsparaden von Rio de Janeiro. Ein junges Mädchen wurde in der offenen Veranstaltungshalle des bekannten Vereins durch eine verirrte Kugel am Kopf getroffen und starb kurze Zeit darauf im Krankenhaus. Aufgrund des hohen Geräuschpegels hat niemand den Schuss gehört, die Polizei tappt völlig im Dunkeln.

Die 14-jährige Julyana Chaves Lins da Silva sass gerade mit ihren Eltern und Freunden in der Nähe der Perkussionsgruppe auf einem Stuhl, als sie plötzlich aus der Nase blutete und bewusstlos zusammenbrach. Die Anwesenden dachten zunächst an eine Übelkeit oder an einen Kreislaufkollaps, keinesfalls jedoch an ein Geschoss. Bereits auf dem Weg zum Krankenhaus erlitt sie einen Herzstillstand, im Hospital konnte dann nur noch der Tod festgestellt werden. Nach ersten medizinischen Befunden trat die Kugel im linken Auge ein und blieb im Gehirn stecken.

Die Polizei hat mittlerweile versucht, die wenigen Spuren am Tatort zu sichern und den Vorfall zu rekonstruieren. Dabei ist sie massiv auf die Hilfe einer Freundin angewiesen, die genau in diesem Moment mit ihr geredet hatte. Denn nur aufgrund der Kopfhaltung könnte man überhaupt feststellen, aus welcher Richtung der Schuss kam. Feststehen soll jedoch bereits, dass der Schuss von einem höher gelegenen Punkt abgefeuert wurde.

Julyana wollte in diesem Jahr erstmalig bei der Sambaschule als Baiana mitlaufen. Erst kurz vor der Probe hatte sie sich ihr Kostüm abgeholt, begeistert fieberte sie dem grossen Auftritt im Sambódromo von Rio de Janeiro entgegen. Die Sambaschule selbst hat zu dem Vorfall bislang keine Stellungnahme abgegeben.

In Rio de Janeiro ist der Tod durch eine sog. „bala perdida“ leider kein Einzelfall. Zwischen Januar und September 2008 wurden seitens der lokalen Sicherheitsbehörde insgesamt 127 Fälle registriert, 12 Menschen starben.

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