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Narren übernehmen Macht im Karneval von Brasilien

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Datum: 01. März 2014
Uhrzeit: 11:46 Uhr
Ressorts: Carnaval
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Autor: Dietmar Lang
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Mit der symbolischen Übergabe des Stadtschlüssels durch den Bürgermeister an König Momo ist in Brasilien der Karnaval 2014 offiziell eröffnet worden. Ob in Rio de Janeiro, São Paulo, Recife, Olinda, Salvador oder Manaus – spätestens ab dem gestrigen Freitag (28.) haben die Narren die Macht in den Karnevalshochburgen übernommen.

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Während in São Paulo sich die besten Sambaschulen der Stadt am späten Freitagabend auf die Paraden vorbereiteten, begrüßte die Regentschaft die Zuschauer im Sambódromo do Anhembi. König Momo hatte mit seiner Königin Cláudia Helena Higino de Azevedo und den Prinzessinnen Mayara Santos und Michelle Tobias da Silva bereits am vergangenen Dienstag den Stadtschlüssel von Bürgermeister Fernando Haddad erhalten. Die Karnevalsparaden in der Millionenmetropole sind die zweitwichtigsten im Land und werden alljährlich weltweit im Fernsehen gezeigt.

Nur im Regionalprogramm waren hingegen in der Nacht zum Samstag (1.) die Sambaparaden von Rio de Janeiro zu sehen. Hier defilierten die Schulen der Aufsteigergruppe A der ersten Nacht durchs Sambódromo Marquês de Sapucaí. Sie erhoffen sich den Titelgewinn um dann im kommenden Jahr in der Spezialgruppe sich einem Millionenpublikum präsentieren zu dürfen. Diese Paraden finden in den Nächten von Sonntag auf Montag und Montag und Dienstag statt und werden ebenfalls in über 100 Ländern zu sehen sein.

Stand die Nacht ganz im Licht der Paraden in Rio de Janeiro und São Paulo, so lockte der Samstagmorgen gleich mehrfach mit Straßenumzügen. Die beiden größten fanden dabei fast zeitgleich in Rio de Janeiro und Recife statt. In der Metropole im Nordosten des Landes hatten sich schon früh am morgen zehntausende Narren aufgemacht um beim „Galo da madrugada”, dem Gockel vom Tagesanbruch, ihrer Frevo-Künste unter Beweis zu stellen. Der bereits 1977 gegründete Umzug rühmt sich damit, der größte der Welt zu sein. Über 30 Orchester, 600 Musiker und 30 Trios elétricos und vor allem ein 27 Meter großer Hahn sollen für Stimmung sorgen. Erwartet werden wie in den vergangenen Jahren rund 2 Millionen Menschen, viele davon sind wie im deutschen Karneval richtig verkleidet.

Noch mwehr Narren will der berühmteste Bloco unter dem Zuckerhut auf die Straßen locken. Die „Cordão da Bola Preta“ wurde bereits 1918 ins Leben gerufen und stammt aus dem Viertel Lapa. Jeden Karnevalssamstag zieht sich der närrische Lindwurm ebenfalls ab dem Vormittag durch das Zentrum der Metropole. In diesem Jahr startete er allerdings mit rund einer Stunde Verspätung. Die Veranstalter rechnen mit 2,5 Millionen Teilnehmern, die Stadtverwaltung von Rio de Janeiro gibt sich mit 1,5 Millionen erwarteten Narren deutlich bescheidener. So oder so, die Straßen der Stadt vibrieren unter dem Sound der riesigen Lautsprecherwagen.

Neben vielen anderen kleineren Umzügen im ganzen Land startet am Samstagabend dann auch der Karneval von Salvador da Bahia richtig durch. Auch hier werden Millionen Menschen feiern und hinter den Bands hoch oben auf den Musik-Trucks herlaufen. Gleich mehrere „Parcours“ wurden dafür eingerichtet, damit sich die konkurrierenden Blocos nicht ins Gehege kommen. Wem die Zeit bis zum Abend zu lang ist, kann dies mit einem ausgelassenen Straßenfest, dem „Furdunçu“ überbrücken. Die Stadt hat sich das Spektakel einiges kosten lassen, Verschiedene Gruppen der Bevölkerung und kulturelle Zusammenschlüsse ziehen mit und ohne Kostüme durch die Straßen des Viertels Pelourinho, um die Besucher zu animieren. Darüber hinaus wurden dutzende Künstler und Musiker der verschiedensten Stilrichtungen engagiert.

Und so wird Brasilien bis weit nach Aschermittwoch ein einziges Fest sein. Und dies rund um die Uhr. Ruhen sich die Teilnehmer in Rio de Janeiro oder São Paulo von den Sambaparaden aus, bevölkern Frevo-Tänzer in Recife oder Olinda die Straßen. Und wenn die Narren im Nordosten Atem holen, finden die Straßenumzüge im Süden des Landes ihren Höhepunkt. Und auch die Polizei und die Reinigungskräfte sind rund um die Uhr im Dauereinsatz. Schliesslich gilt es die unzähligen Feste von Betrunkenen, Taschendieben und allerlei anderem Unrat zu säubern.

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