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Heisse Fastnacht

Datum: 21. Februar 2006
Uhrzeit: 13:46 Uhr
Ressorts: Carnaval
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Im Zenit des Sommes Carnaval feiern – ein sonderbares Gefühl für einen Mitteleuropäer. Blicke ich – abgesehen von den letzten 4 Jahren – auf meine Zeit in Deutschland zurück, so erinnere ich mich an Schnee, Frost, Nieselwetter, Regen – Kälte. Ich erinnere mich daran, als Kind lange Unterhosen unter dem Kostüm getragen zu haben, was so manchmal für Probleme beim Gang auf die Toilette bereitet hat. Ich muss dazu sagen, ich bin ja ein Fastnachter. Ein echter aus Määnz. Ich habe nicht einen Rosenmontagszug in meinem Leben verpasst. Auch hier in der Ferne, war ich über das Internet meist live dabei. Mit Weck, Worscht und Woi dem bunten Narrentreiben beizuwohnen hat für mich Tradition.

Nun sitze ich hier in einer Kleinstadt im Westen dieser riesigen Republik – 1400 Kilometer von der Hochburg des Carnaval Rio de Janeiro entfernt. Ich werde wieder Nächte vor dem Fernseher verbringen und dem bunten Treiben im Sambódromo zusehen und mit meiner Frau darüber diskutieren, welcher „samba-enredo“ nur der Beste sei und welche Tanzschule dieses Jahr mal wieder total versagt hat; ich werde mich aufklären lassen, dass die Halbnackte da auf dem Wagen eigentlich ein Megastar ist und in der oder der Telenovela mitgespielt hat; ich werde mich belehren lassen, dass die Bateria eine potthässliche Reinha hat und so weiter und so fort. Und über die Strasse werden sich die Nachbarn ihre unterschiedlichen Meinungen bezüglich der nicht enden wollenden Paraden statt „Helau“ zuwerfen und kein anderes Thema wird die nächsten Tage so dominieren wie dieses.

Doch ist es in Mainz, meiner alten närrischen Heimat nicht genauso? Wird nicht schon Tage vorher das Programm von „Mainz bleibt Mainz“ kritisiert oder gelobt? Wird danach nicht noch gnadenlos abgerechnet? Wird nicht der Rosenmontagszug schon in allen Details zerpflückt, bevor sich die Narren überhaupt auf die Strasse begeben? Und lautet nicht am Aschermittwoch die alljährliche Parole: „Am 11.11. geht es wieder los“? Rückt also nicht das Fest in den Hintergrund und die Ausgestaltung in den Vordergrund? Beugen wir uns dem Zeitgeist und vernachlässigen die Tradition? Ist die Gegenfinanzierung wichtiger als das Feiern an sich? Fragen, dessen Antworten ich lieber nicht kennen möchte!

Aber gut, was soll man tun? Nun, ich werde mich auch hier der Macht des Narrentums beugen, mir die Show ansehen, mir Nächte um die Ohren schlagen und natürlich versuchen, von hier aus ein paar Dinge in die Welt hinauszutragen. Und dies alles ohne lange Unterhosen. Und ohne Glühwein. Kein Weck, Worscht und Woi. Und damit man auch durchhält, keine Caipis. Vielleicht die ein oder andere „cerveja bem gelada“! Auf die kommenenden Tage – ohne „Helau“! Aber mit der alljährlichen Portion Samba. Na dann, willkommen im „pais tropical!“

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